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Mehr als jeder dritte Arbeitslose sucht seit über einem Jahr

Wer länger als ein Jahr ohne Job ist, gilt als langzeitarbeitslos. Diese Menschen haben es oft besonders schwer, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das von der Landesregierung angekündigte Programm ist inzwischen angelaufen.

© Symbolfoto: Jan Woitas/dpa

Chemnitz. Mehr als jeder dritte Arbeitslose (37,8 Prozent) in Sachsen war im Juni seit mehr als einem Jahr auf der Suche nach einem Job. Das geht aus Zahlen der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Damit hat sich der Anteil der Langzeitlosen an allen Arbeitslosen seit Jahren kaum verändert. 2010 waren es 38 Prozent. „Langzeitarbeitslose Menschen haben es bei der Jobsuche leider noch sehr schwer“, sagte Klaus-Peter Hansen, Leiter der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Im Juni waren in Sachsen 46 524 Personen länger als ein Jahr ohne Job.

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Gleichzeitig ist die absolute Zahl der Langzeitarbeitslosen insgesamt aufgrund der guten Konjunktur deutlich zurückgegangen. Von 2010 bis 2017 ist sie um 43 500 auf 52 700 gesunken. Das ist ein Rückgang um 45,2 Prozent.

Das von der Landesregierung beschlossene Landesprogramm „Sozialer Arbeitsmarkt“ ist unterdessen angelaufen. Der erste Förderbescheid wurde im Februar 2018 übergeben, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Erste Zahlen würden aber erst im Herbst erwartet. Das Programm sieht neben Coaching die Akquise von Betrieben, Lohnkostenzuschüsse und ein Angebot für Ältere vor.

Warum Menschen langzeitarbeitslos werden, hat nicht nur einen Grund. Viele Langzeitarbeitslose hätten mehrere Vermittlungshemmnisse, sagte Frank Vollgold, Sprecher der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Dazu gehörten beispielsweise veraltete Qualifikationen, fehlende Berufsabschlüsse, gesundheitliche Einschränkungen oder besondere persönliche Lebensverhältnisse wie ein fehlender Führerschein oder fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten. (dpa)