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Kamenz

1 000 Lichter für den Innenstadthandel

Ladenbummel statt Internet – die Pulsnitzer Geschäftsleute zeigen, was sie drauf haben.

Zur Nacht der 1 000 Lichter begrüßten Pulsnitzer Händler, wie Evelin Behrendt (l.), ihre Kunden auch mal mit einem besonderen Mixgetränk. Christine und Werner Zeitz aus Hoyerswerda fanden den Einkaufsabend grandios.
Zur Nacht der 1 000 Lichter begrüßten Pulsnitzer Händler, wie Evelin Behrendt (l.), ihre Kunden auch mal mit einem besonderen Mixgetränk. Christine und Werner Zeitz aus Hoyerswerda fanden den Einkaufsabend grandios. © Bernd Goldammer

Pulsnitz. Die Nacht der Tausend Lichter lockte jetzt viele Besucher in die altehrwürdige Pfefferkuchenstadt Pulsnitz. Viele Gewerbetreibende hatten sich für das Gelingen dieser Traditionsveranstaltung tolle Ideen einfallen lassen. Man staunte nicht schlecht.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Bei Lindenkreutz gab es Herbstbowle und viele Sonderangebote. Beim Bezahlen griff die Kassiererin zum Würfelbecher. Die Verkäufer hatten alle Hände voll zu tun. In der Genusswelt von Evelin Behrendt war es ziemlich voll. Kein Wunder: Sie feiert ihr siebentes Geschäftsjahr an ihrem Standort in der kurzen Gasse 6. Jeder Gast wurde von ihr mit einem besonderen Mixgetränk begrüßt. Auch Christine und Werner Zeitz aus Hoyerswerda waren hier anzutreffen. Werner Zeitz verbringt derzeit eine Kur in der Schlossklinik. Schon deshalb war die Einkaufsnacht ein willkommener Anlass, den Händlern der Stadt einen Besuch abzustatten. „Ich finde es klasse, dass die Pulsnitzer Händler eine solche Präsentation schon so viele Jahre ermöglichen. Es ist Zeit mal ordentlich Danke zu sagen“, betont sie. „ Dieses Jahr fand ich endlich mal Zeit. Mit dem Charme der Pfefferkuchenstadt wirkt das Fest ganz besonders. Diese Einkaufsnacht wollte ich mir nicht entgehen lassen“, erzählt Lothar Greiner aus Dresden. „Die Nacht der Tausend Lichter wirkt sehr romantisch. Sie könnte aber auch einen kleinen Denkanstoß im Titel haben. Den Leuten soll ein Licht aufgehen“, sagt er lächelnd. Der Handelsstandort Pulsnitz sei attraktiv, weil ihn alte Händlerfamilien über Jahrzehnte dazu gemacht haben. 

Es lohnt sich, rauszugehen

Aber der innerstädtische Handel in Deutschland hat es keineswegs leicht. Internethändler sind harte Konkurrenten. Wenn sie gewinnen, werden noch mehr alte Geschäfte in deutschen Stadtkernen schließen. Auch die Stadt Pulsnitz und deren Hausbesitzer leiden darunter. Geschäfte und Service gehören schließlich zur hiesigen Handelskultur. Hier und da waren auch zur Nacht der Tausend Lichter solche Diskussionen zu hören. Die Antwort steckt in der Frage „Was wollt Ihr?“ Die Händler nutzen die Gelegenheit, sich vorzustellen und in Erinnerung zu bringen: Dass es sich lohnt, rauszugehen, durch die Läden im Zentrum zu bummeln und auch schon an die Weihnachtsgeschenke zu denken. Viele nutzten die besondere Stimmung dieser Nacht. So umringten Hunderte die Modenschau. Im Haus des Gastes war viel über die Geschichte und Traditionen der Pfefferküchler zu erfahren. Die Pfadfinder Royal Rangers vom „Stamm Pulsnitz 240“ sind am Ziegenbalgplatz anzutreffen. Rund um ihren Stand duftet es nach Zuckerwatte. Das Geschäft von „Alles Natur Pulsnitz“ hatte an diesem Abend auch alle Türen geöffnet. Monika Messmer hat aufs richtige Geschäftsfeld gesetzt. „Naturprodukte und fair gehandelte Waren sind im Kommen“, betont Ricarda Polentz aus Dresden. Den Knüller des Abends lieferte Rechtsanwalt Norbert Hegner in seiner Kanzlei am Julius-Kühn-Platz 9. Für die Nacht der 1 000 Lichter hatte er sich ein besonderes Rechtsquiz einfallen lassen. Damit verblüffte und amüsierte er Kinder und Erwachsene. Die tolle Gemeinschaftsaktion endete gegen 23 Uhr.