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Chemnitz

Auch der 1. FC Magdeburg erstattet Anzeige

Bei der Beerdigung des rechtsextremen Hooligans Thomas H. in Chemnitz waren Trauerkränze mit dem Wappen verschiedener Fußballvereine aufgetaucht.

© imago

Der 1. FC Magdeburg hat sich von der missbräuchlichen Nutzung des Vereinslogos auf einem Trauerkranz bei der Beerdigung eines Rechtsextremen in Chemnitz distanziert und rechtliche Schritte eingeleitet. "Eine Freigabe zur Logonutzung ist zu keinem Zeitpunkt erfolgt, sodass der FCM Anzeige bei der Polizei erstattet hat", teilte der Fußball-Zweitligist am Dienstag mit.

Bei der Beerdigung des überregional bekannten Thomas Haller am Montag in Chemnitz war auch ein Trauerkranz mit dem Wappen des 1. FCM aufgetaucht. "Die mit dem Trauerkranz in Verbindung gebrachten Teilnehmer, welche in Vergangenheit als Ordnungskräfte bei den Heimspielen des 1. FC Magdeburg tätig waren, werden künftig nicht mehr bei Spielen des 1. FC Magdeburg eingesetzt", hieß es vom 1. FCM.

"Zudem wird betont, dass sich der 1. FC Magdeburg auch von jeglicher Form des rechten Gedankenguts entschieden distanziert", sagte FCM-Sprecher Marvin Michitsch der "Magdeburger Volksstimme" (Dienstag).

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So lief die Beerdigung des rechtsextremen Hooligans

Rund 1.000 Sympathisanten kamen nach Chemnitz, um Thomas H. die letzte Ehre zu erweisen. Der Chemnitzer FC erstattet Anzeige wegen Missbrauch seines Logos.

Haller war führender Kopf der früheren Vereinigung "HooNaRa" (Hooligans-Nazis-Rassisten) und hatte zeitweilig den Ordnungsdienst beim derzeitigen Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitzer FC geleitet.

Im Stadion des CFC war es nach Hallers Tod zu einer Trauerbekundung gekommen, durch die der Verein massiv in die Kritik geriet. An diesem Samstag bestreiten die Chemnitzer gegen Budissa Bautzen das erste Heimspiel seit den Vorkommnissen.

Der CFC hatte sich ebenfalls von einem missbräuchlich genutzten Vereinslogo bei der Beerdigung distanziert und bereits am Montag eine Strafanzeige erstattet. Das Vereinslogo sei widerrechtlich gebraucht worden, hatte der CFC betont. (dpa)