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Meißen

10.000 Euro für 30 Minuten

In einer Mini-Sitzung hat der Meißner Kreistag den SPD-Politiker Thomas Gey in seine Reihen aufgenommen. Zuvor gab es einen heftigen Schlagabtausch.

Sitzt nun als Nachrücker für die Radebeuler Sozialdemokratin Christine Schurig im Kreistag: Thomas Gey nimmt am Mittwochnachmittag seinen Platz am Fraktionstisch im Meißner BSZ ein.
Sitzt nun als Nachrücker für die Radebeuler Sozialdemokratin Christine Schurig im Kreistag: Thomas Gey nimmt am Mittwochnachmittag seinen Platz am Fraktionstisch im Meißner BSZ ein. ©  Foto: Claudia Hübschmann

Meißen.  Auf eine Viertelstunde hatte FDP-Kreisrat Martin Bahrmann die Dauer der Kreistagssitzung am Mittwochnachmittag in Meißen geschätzt. Letztlich wurde eine halbe Stunde daraus. Trotzdem dürfte es sich um die kürzeste Sitzung gehandelt haben, zu der die Meißner Kreisräte jemals zusammenkamen. 

Anlass war der Antrag auf Rückgabe des Mandats durch die Radebeuler Kreisrätin Christine Schurig. In der ersten Sitzung des Kreistages in Riesa  war ihr dies mit einer Stimmenmehrheit von CDU- und AfD-Kreisräten verweigert worden. Sie sahen die Begründung der Kommunalpolitikerin als nicht stichhaltig an. 

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Nachrücker für Christine Schurig ist der Vorsitzende der früheren Paprika-Fraktion Thomas Gey (SPD). Dieser hatte zur Kommunalwahl nicht genügend Stimmen für einen direkten Einzug in den Kreistag erhalten. Gegen das Nein legte Landrat Arndt Steinbach (CDU) aus rechtlichen Gründen Widerspruch ein. Dadurch wurde die Sondersitzung für knapp 10.000 Euro nötig. 

Im Nachgang der ersten Kreistagssitzung hat die Sozialdemokratin unterdessen das persönliche Gespräch mit Bert Wendsche von der CDU-Fraktion gesucht. Dieser sprach ihr dafür am Mittwochnachmittag seinen Respekt aus und und zeigte gleichzeitig Verständnis für ihre Bitte um Rückgabe des Mandats. 

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Im Anschluss an Wendsches Wortmeldung kam es im Kreistag zu einem heftigen Schlagabtausch der verschiedenen Fraktionen. Die Details hierzu lesen Sie am Donnerstag auf  Sächsische.de.

Am Ende der Debatte stimmten 37 Kreisräte aus den Reihen der Freien Wähler, der FDP, der Linkspartei, der SPD, der Bündnisgrünen und Teilen der CDU dafür, Christine Schurig die Rückgabe ihres Mandats zu erlauben. 17 Gegenstimmen kamen hauptsächlich aus der AfD-Fraktion. Zudem gab es zehn Enthaltungen. Im Anschluss nahm SPD-Mann Thomas Gey seinen Platz im Kreistag ein.