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100 Bäume für eine Hundertjährige

Erika Wolf hat eine Idee für Freitals Stadtjubiläum. Jetzt werden viele Naturfreunde gesucht, die mitmachen.

© Andreas Weihs

Von Annett Heyse

Freital. Bäume, sagt sie, Bäume seien etwas besonderes. „Gleich neben unserem Wohnhaus steht eine Kastanie. Wenn im Winter der Schnee darauf liegt und der Mond nachts durch die Äste scheint, dann ist das ein traumhafter Anblick“, sagt Erika Wolf. Weil ihr die Natur so am Herzen liegt, hat sie zum Stadtjubiläum eine Idee: 100 Bäume für eine Hundertjährige.

Stars im Strampler aus Freital
Stars im Strampler aus Freital

So klein und doch das ganz große Glück: Wir zeigen die Neugeborenen aus der Region Freital.

Dahinter steckt der Plan, innerhalb der nächsten drei Jahre 100 Bäume in Freital zu pflanzen. Bis 2021, wenn die Stadt ihr Gründungsjubiläum vor 100 Jahren feiert, sollen die Birken, Vogelkirschen, Erlen und Linden angewurzelt sein. Wolf, die beim Umweltzentrum Freital in der Arbeitsgruppe Naturbewahrung aktiv ist, nahm die Idee zu einer Sitzung mit. Alle waren begeistert und trugen den Vorschlag weiter zur Stadtverwaltung.

Mit Unterstützung des Grünflächenamtes wurden Standorte gesucht und Baumarten ausgewählt. Für Kauf, Transport, Pflanzung und erste Pflegemaßnahmen wird eine Fachfirma zuständig sein. Das hat seinen Preis: Pro Baum müsse man mit 400 Euro Kosten rechnen, sagt Erika Wolf. Den ersten und den letzten Baum möchte die Stadt spendieren. Für die anderen 98 Exemplare wird nun Geld gesammelt.

„Bürger, Unternehmer, Händler, Vereine, Kitas, Schulen, Seniorenheime, Gartensparten, Jugendclubs – es wäre schön, wenn alle etwas dazu beitragen könnten“, bittet Wolf, die selbst schon einen Spendenbeitrag geleistet hat. Jeder Euro zähle und werde gut angelegt. Die Bäume sollen auf insgesamt 16 Grundstücken der Stadt angepflanzt werden. Die Standorte sind übers gesamte Stadtgebiet verteilt, so beispielsweise am Edgar-Rudolph-Weg, an der Otto-Dix-Straße, am Goetheplatz, im Mehrgenerationenpark Zauckerode, an der Wurgwitzer Straße und im Heilsberger Park in Hainsberg. Auch die Ortsteile Kleinnaundorf und Somsdorf werden nicht ausgespart. Vor allem standortgerechte, einheimische Laub- und Obstbäume kommen in den Boden.

Zudem – und darüber ist Erika Wolf besonders froh – orientiert sich die Sortenauswahl am keltischen Baumkreis, einer Art Baumhoroskop. Das stammt zwar nicht direkt von dem einstigen europäischen Volk ab, orientiert sich aber an Mythen aus dem Kulturkreis. Ähnlich wie beim Sternbild-Horoskop verfügt demnach jeder Mensch über ein Baumzeichen, welches wiederum mit menschlichen Eigenschaften und Charakterzügen verbunden ist. Insgesamt gibt es 18 Bäume von Ahorn bis Zypresse im keltischen Baumkreis, zweimal im Jahr wiederholt sich der Rhythmus.

Ob man daran glaubt oder nicht – so oder so wird Freital grüner. Auftakt für die Pflanzaktion soll im November sein. Hinter der Förderschule Hainsberg im Heilsberger Park sollen die ersten drei Bäume – Ulme, Esche, Bergahorn – gesetzt werden.

Damit die jungen Bäume gut anwachsen und nicht beim ersten starken Sturm ihres Lebens umfallen, werden Holzpfähle in die Erde geschlagen und die Bäume daran fixiert. Die Pfähle wiederum sollen vorher von Kindern aus Freital bunt bemalt werden. „Dann kann jeder Passant auch sofort erkennen, dass es sich um einen Geburtstagsbaum handelt“, sagt Naturfreundin Wolf. Einige Kitas und Schulen haben ihre Unterstützung bereits zugesichert, die ersten Pfähle sind in Arbeit. Ein Tischler fertigt zudem kleine Holzschilder, mit denen die Jubiläumsbäume markiert werden.

Erika Wolf und ihre Mitstreiter vom Umweltzentrum hoffen, dass sich nun möglichst viele Freitaler an der Aktion beteiligen und das Geld für die 100 Bäume in den nächsten Monaten nach und nach zusammenkommt. Was auch immer die Bürger beim Stadtgeburtstag veranstalten werden – die Baumpflanzungen dürfte die nachhaltigste Initiative sein: Ahorn, Edelkastanien, Wildbirnen dürften auch in etlichen Jahrzehnten noch gedeihen. „Und wie wichtig viel Grün und Bäume für unser Stadtklima sind, haben wir erst wieder in diesem Hitzesommer so richtig gemerkt“, argumentiert Erika Wolf.

Kontakt: Umweltzentrum Freital, geöffnet mittwochs von 10 bis 15 Uhr, Tel. 0351 645007 oder direkt bei Erika Wolf, sonnabends von 10 bis 12 Uhr, Tel. 01590  131204.

Spendenkonto: Umweltzentrum Freital IBAN DE91 8509 0000 4748 8210 02 Volksbank Dresden-Bautzen Verwendungszweck 100 Bäume