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„100 Millionen Euro für Nünchritz“

Der Wacker-Konzern steigert seinen Umsatz und investiert kräftig. Wie es vor Ort aussieht, sagt Werkleiter Gerd Kunkel.

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© Sebastian Schultz

Herr Kunkel, der Konzernumsatz ist im ersten Quartal 2017 gewachsen, was auch mit höheren Absatzmengen bei den Silikonen begründet wird. Wie ist derzeit die Auslastung des Werkes Nünchritz?

Unsere Anlagen für Silikon-Produkte sind sehr gut ausgelastet. Das gilt für das erste Quartal 2017, aber auch im vergangenen Jahr war die Anlagenauslastung am Standort sehr gut.

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Aufgrund der derzeit niedrigen Preise wird das Polysilizium-Geschäft dagegen als schwierig bewertet. Hat das auch Auswirkungen auf die Produktion in Nünchritz?

Auch die Anlagen für Polysilizium am Standort sind unverändert zum letzten Jahr voll ausgelastet. Der Geschäftsbereich Polysilizium hat die aktuelle Situation aber dazu genutzt, um den Lagerbestand in Asien zu erhöhen. Dadurch können wir die Lieferzeit in Asien deutlich verkürzen, was für uns ein Vorteil am Markt ist.

Liefert der Standort Nünchritz denn sein Polysilizium auch nach Asien?

Wir produzieren in Nünchritz nicht für einen bestimmten Markt oder Kunden. Wir liefern weltweit.

Bis Ende 2017 wurde eine Erweiterung der Polysilizium-Produktion auf 20000 Tonnen pro Jahr in Nünchritz anvisiert. Wird das erreicht?

Die Optimierungen und die Beseitigung von Engpässen in den Nünchritzer Anlagen zur Herstellung von Polysilizium laufen planmäßig. Zusammen mit der neuen Polysiliziumproduktion in den USA und den Anlagen in Burghausen steigt die Gesamtproduktionskapazität auf 80 000 Tonnen. 2016 hat der Geschäftsbereich Polysilicon über 66 000 Tonnen verkauft. Wie viel auf die einzelnen Standorte entfällt, kann ich aus Wettbewerbsgründen nicht sagen.

Der Wacker-Konzern kündigt für 2017 Investitionen in Höhe von 360 Millionen Euro an. Welche Maßnahmen sind für Nünchritz geplant?

Was Sie gerade am Eingang sehen, ist die Erweiterung und Sanierung der Bereitstellungsflächen für Tankcontainer. Das ist eine von vielen Optimierungs- und Erweiterungs-Maßnahmen. Insgesamt wollen wir in diesem Jahr 30 Millionen Euro investieren. Zum Beispiel sollen diverse Tanklager erweitert werden. Die Kapazität der Silikon-Kartuschen-Abfüllung wird ausgebaut, die Hauptwerkstatt erhält einen Anbau. Wir haben 2017 bereits die Pilotanlage für die Wäsche von Chlorwasserstoff in Betrieb genommen. Damit soll künftig die Abwasserfracht reduziert werden. In der Polysilizium-Produktion investieren wir in Energierückgewinnungsmaßnahmen, um die Energieeffizienz weiter zu steigern.

Gibt es 2017 weitere große Vorhaben?

Auch 2017 stehen wieder Abstellungen und Anlagenrevisionen an, allerdings nicht in dem Umfang wie 2016. Für Wartung, Instandhaltung und Reparaturen inklusive der Revisionen werden wir 2017 fast 70 Millionen Euro aufwenden. Zusammen mit den Investitionen kommen wir damit in Summe auf fast 100 Millionen Euro für den Standort Nünchritz.

Wacker ist der größte Arbeitgeber der Region. Wie viele Mitarbeiter sind es zurzeit in Nünchritz?

Die Zahl der Mitarbeiter ist seit vielen Jahren relativ konstant, wir liegen nach wie vor bei circa 1 500 Beschäftigten inklusive 80 Auszubildenden. Dazu beschäftigen wir tagein, tagaus eine große Anzahl an Mitarbeitern von Partnerfirmen. In Spitzenzeiten sind das 500 bis 600 Mitarbeiter pro Tag – das hängt stark vom Montage- und Instandsetzungsgeschehen ab.

Gibt es auch 2017 wieder einen Nachbarschaftstag?

Das haben wir vor, es wird dieses Mal aber etwas später. Geplant ist der 16. November. Es ist eine gute Plattform, um in Kommunikation mit den Nachbarn zu treten. Und die Rückmeldungen zeigen, dass die Nachbarn sehr stark daran interessiert sind, einen Einblick ins Werk zu bekommen.

Das Gespräch führte Antje Steglich.