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100 neue Kita-Plätze für Waldheim

Mit Kosten von etwa 2,5 Millionen Euro rechnet die Stadt. Der Neubau drängt. Sonst wird es noch teurer.

© Dietmar Thomas

Von Elke Görlitz

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Waldheim. Dass es sich in Waldheim gut leben lässt, das belegen Zuzüge von Mietern und die Nachfrage nach Bauplätzen. Auch Arbeitsplätze entstehen neu. „Allein 100 in der neuen Alloheim-Seniorenresidenz, weitere im Gewerbegebiet“, so Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Deshalb sind Plätze in den fünf Kindereinrichtungen in der Stadt auch sehr gefragt. Und obwohl die Kapazität erst um zwölf Plätze erweitert wurde, reicht sie perspektivisch nicht aus. Die Stadt plant den Neubau einer Kindertagesstätte (DA berichtete), allerdings noch hinter verschlossenen Türen.

„Zum konkreten Standort will ich erst etwas sagen, wenn bis hin zur Finanzierung alles geklärt ist“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst auf Nachfrage des Döbelner Anzeigers. Er versichert, dass die Verwaltung eifrig daran arbeite und mit den Ausschüssen diskutiere. Denn Platz gefunden werden müsse laut Bürgermeister für einen Neubau mit etwa 100 Betreuungsplätzen. Und nicht nur das. „Der Neubau muss erweiterungsfähig sein, es sollte ausreichend Platz für Spielflächen im Freien und für Parkflächen geben“, erklärte Ernst.

Am liebsten wäre es ihm und den Stadträten, wenn die Kommune dafür ein eigenes Grundstück nutzen könnte. Das spart Geld. Denn ohnehin sei solch‘ ein Kita-Neubau ein teures Unterfangen. Mit geschätzten Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro rechne die Stadt momentan, so der Bürgermeister, wobei sich diese Kalkulation, je detaillierter die Planungen voranschreiten, noch ändern könne. Ob dieses Kalkül überhaupt aufgeht, hängt Steffen Ernst zufolge auch davon ab, wie schnell gebaut werden kann. Ziel sei es, dass der Neubau im Frühjahr 2020 bezugsfertig ist.

„Wenn sich bei den Vorplanungen herausstellt, dass dieser Termin nicht gehalten werden kann, so würde das möglicherweise eine Zwischenlösung erforderlich machen: eine Kita im Container. „Das würde die Kosten jedoch in die Höhe treiben, weshalb wir mit den Planungen für den Neubau und der Absicherung der Finanzierung zügig vorankommen wollen“, sagte das Stadtoberhaupt.

In den fünf Einrichtungen in der Stadt gibt es zurzeit 133 Krippen-, 295 Kindergarten- und 250 Hortplätze.

Bedarf nicht 100-prozentig planbar

Wie viele Plätze wirklich benötigt werden, war für die Kommune bislang schwer zu überschauen. Das Problem: Eltern meldeten ihre Kinder in mehreren Einrichtungen an. „Hatten sie einen Platz sicher, sagte nicht jeder in der anderen Einrichtung Bescheid und meldete das Kind wieder ab.“ Seit 1. Januar steuert Waldheim in dieser Hinsicht gegen. Die Anmeldung in einer Kindereinrichtung ist nur noch mit der Kita-Anmeldekarte möglich, die im Bürgerbüro nach der Geburt eines Kindes bei Vorlage der Geburtsurkunde kostenlos beantragt werden kann.

„Das ist gut angelaufen“, sagte Bürgermeister Ernst zur Umstellung des Verfahrens. Ist nach Antragstellung die Kita-Karte vom Bürgerbüro ausgefüllt, können die Erziehungsberechtigten damit die Einrichtung ihrer Wahl ansteuern, und zwar frühestens ein Jahr vor der gewünschten Aufnahme des Kindes. Ist Platz vorhanden, behält die Kita-Leitung die Anmeldekarte ein und schließt ein Vierteljahr vor Aufnahme des Kindes den Betreuungsvertrag mit den Eltern ab. Hat die Wunscheinrichtung keinen Platz, kann mit der Karte die nächste Einrichtung aufgesucht werden. Erst nach drei Absagen wenden sich die Eltern dann an die Mitarbeiter des Sachgebiets Kindertagesstätten bei der Stadtverwaltung. Dort müssen auch Auswärtige, die ihr Kind in einer Waldheimer Einrichtung betreuen lassen möchten, die Anmeldekarte beantragen.

Vorteile habe das Verfahren für beide Seiten. „Die Verwaltung verhindert damit doppelte und dreifache Anmeldungen. So lässt sich der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen realistisch ermitteln“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst. Die Eltern hätten den Vorteil, dass sie frühzeitig verbindlich wüssten, wo ihr Kind betreut wird. Wechselt das Kind die Einrichtung, „geht“ die Karte mit. Doch sie wird von der Einrichtung einbehalten, falls Eltern den Betreuungsvertrag nicht erfüllen und zum Beispiel Kita-Gebühren nicht zahlen. Ohne Kita-Karte können sie ihr Kind dann aber nicht in einer anderen Einrichtung unterbringen.