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100. Pegida-Demo in der Innenstadt

Noch immer ziehen Montag für Montag etwa 2 000 Anhänger durch das Zentrum und lauschen diversen Rednern. Gezählt werden sie nur noch ab und zu.

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Zweieinhalb Jahre nach Beginn der Pegida-Demonstrationen hat das Bündnis am Montag nach eigenen Angaben seinen 100. Spaziergang in der Innenstadt veranstaltet. Hauptredner auf der Bühne am Altmarkt war Götz Kubitschek, ein Vordenker der deutsch-nationalen Szene, dem eine große Nähe zu AfD-Rechten wie Björn Höcke aus Thüringen oder André Poggenburg aus Sachsen-Anhalt sowie zu Bewegungen wie der Ein-Prozent-Initiative oder der Identitären Bewegung nachgesagt wird.

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Gegendemonstranten auf dem Altmarkt.
Gegendemonstranten auf dem Altmarkt. © SZ

Auf der Bühne arbeitete sich Kubitscheck ausführlich an drei „Selbstverständlichkeiten“ ab, die selbst ernannten Patrioten helfen sollten, bei der Politik einzufordern: Durchsetzung von Recht und Ordnung, Elitenwechsel und Bändigung der Parteien. Pfarrer Hans hatte zuvor zu den Pegida-Anhängern über den nahenden Karfreitag gepredigt und seine Angst ausgedrückt, dass auch hierzulande bald Menschen an Kreuze genagelt werden, wenn die Islamisierung weiter voranschreitet. Unterbrochen wurde alle Redner von den üblichen Sprechchören. Patriotische Töne schlugen in ihren Redebeiträgen auch Wolfgang Taufkirch, Philipp Stein von der Ein-Prozent-Bewegung und Pegida-Urgestein Siegfried Däbritz. Pegida-Gründer Lutz Bachmann war beim Jubiläumsrundgang duch die Innenstadt aber nicht dabei.

Nach Angaben der studentischen Forschungsgruppe „Durchgezählt“ besuchen seit Anfang 2016 jeweils rund 2 000 Teilnehmer die Dresdner Demos - mit einer leicht sinkenden Tendenz. Schwankungen seien vor allem witterungsbedingt. Ende März kündigten die Studenten daher an, aufgrund dieser Entwicklung keine regelmäßigen Zählungen mehr durchzuführen. Ausreißer nach oben waren demnach einzig der zweite Pegida-Jahrestag im Oktober 2016 (etwa 7 500 Teilnehmer), der Tag der deutschen Einheit 2016 (4 400 Teilnehmer) und als Ausreißer nach unten ein vereister Montag im Januar 2017 (1 100 Teilnehmer).

Inhaltlich wiederholen die immer gleichen Redner seit Monaten unablässig die Bedeutung ihres Bündnisses als „Druck von der Straße“ - neben der AfD in den Parlamenten und Aktionen wie der rechtsextremen Identitären Bewegung. Spannend wird in den nächsten Wochen sein, ob auch sächsische AfD-Kandidaten auf der Bühne sprechen dürfen. Aufgrund des 100. Spaziergangs haben drei Gruppen Gegendemos angekündigt. Die Polizei war mit rund 200 Beamten im Einsatz. (SZ/szo)