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Döbeln

13,9 Millionen Euro gegen Dauer-Arbeitslosigkeit

Gewerkschafter begrüßt Jobzuschüsse für 3 600 Langzeitarbeitslose im Kreis Mittelsachsen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es im Kreis Mittelsachsen aktuell rund 3 600 Langzeitarbeitslose. © André Braun

Region Döbeln. Im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit bekommt der Landkreis Mittelsachsen zusätzliche 13,9 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt. Damit sollen bis zum Jahr 2022 insbesondere Lohnzuschüsse für Unternehmen bezahlt werden, die Langzeitarbeitslose regulär anstellen. Das teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit. 

Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium. Demnach erhalten die Jobcenter in ganz Sachsen im Rahmen des „Teilhabe-Chancengesetzes“ 250 Millionen Euro zur Förderung von Langzeitarbeitslosen.

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IG Bau-Bezirksvorsitzender Bernd Günther spricht von einem überfälligen „Kraftakt am Arbeitsmarkt“. Die Bundesmittel könnten dafür sorgen, einen großen Teil der Menschen, die oft seit Jahren ohne Job sind, in Lohn und Brot zu bringen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es im Kreis Mittelsachsen aktuell rund 3 600 Langzeitarbeitslose. Ihre Zahl ging zwar in den vergangenen zehn Jahren um 59 Prozent zurück – „ist aber mit Blick auf die gute Lage am Arbeitsmarkt immer noch viel zu hoch“, so die IG Bau.

Die Gewerkschaft begrüßt insbesondere, dass sich die Zuschüsse an Tariflöhnen und nicht nur am Mindestlohn orientieren. „Langzeitarbeitslose werden nicht als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt. Wenn im Betrieb ein Tarifvertrag gilt, dann werden auch sie nach Tarif bezahlt und nicht mit dem Mindestlohn von aktuell 9,19 Euro pro Stunde abgespeist“, betont Günther.

Das seit Januar geltende Teilhabe-Chancengesetz sieht Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose für die Dauer von bis zu fünf Jahren vor. Für Menschen, die mehr als sechs Jahre lang arbeitslos waren, übernimmt das Jobcenter die Lohnkosten über drei Jahre voll. Bei Arbeitslosen, die mindestens zwei Jahre ohne Job waren, liegt der Zuschuss für Unternehmen bei 75 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr. (DA/vt)