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13. Februar: Polizei setzt 29 Hundertschaften ein

Der 13. Februar wird wieder zu einer Herausforderung. Dresdens Polizei bekommt viel Hilfe, um den Gedenktag für die Opfer der Bombardements auf die Stadt abzusichern.

© dpa

Dresden. Angesichts der angekündigten Proteste gegen einen Aufmarsch von Neonazis wird die Polizei am 13. Februar in Dresden mit einem Großaufgebot aufwarten. 29 Hundertschaften aus mehreren Bundesländern werden in der Stadt für Sicherheit sorgen, wie Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll am Freitag ankündigte. Das sei etwa ein Viertel aller verfügbaren Polizisten des gesamten Bundesgebietes. In Dresden werden am Mittwoch kommender Woche etwa 1.000 Rechtsextremisten zu einem von ihnen sogenannten Trauermarsch erwartet.

Die Unterstützung von rund 3.000 Beamten komme aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen und von der Bundespolizei. Die Dresdner Polizei sei mit knapp 600 Kollegen vertreten. Dabei seien auch Anti-Konflikt-Teams aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Berlin. Für Bürger sei von Montag an ein Servicetelefon unter der Nummer 0351-4833000 geschaltet.

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Nach den bisherigen Planungen werden vor allem die Stadtteile Pirnaische Vorstadt, Johannstadt und Seevorstadt wegen umfangreichem Demonstrationsgeschehen von dem Polizeieinsatz betroffen sein. In diesem sogenannten „Kerneinsatzbereich“ wird es nach Polizeiangaben die meisten Absperrungen, Kontrollen und Einschränkungen geben.

Tillich ruft zur Menschenkette auf

Sachsens Regierung hat noch einmal zum friedlichen Gedenken am Jahrestag der Zerstörung Dresdens gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aufgerufen. «Ich wünsche mir, dass sich viele Menschen an den zahlreichen Mahnwachen und der Menschenkette in der Stadt beteiligen», erklärte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Freitag laut Mitteilung. Damit solle am 13. Februar ein Zeichen gegen den Missbrauch des Jahrestages durch Rechtsextremisten gesetzt werden. In den vergangenen Jahren beteiligten sich tausende Menschen an dieser Aktion, zu der die Stadt aufgerufen hat.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund rief sowohl zur Teilnahme an der Menschenkette als auch an Protesten gegen die Neonazis in der Nähe von deren Aufmarsch auf. Naziaufmärsche dürften nicht ungehindert hingenommen werden. Zu einem würdigen Gedenken der Kriegsopfer aller Nationen gehöre der gemeinsame Kampf gegen Rechtsextremismus in jeder Erscheinungsform und an jedem Ort.

In den vergangenen Jahren waren genehmigte Neonazi-Aufmärsche zum Gedenktag an die Opfer der Zerstörung Dresdens Ende des Zweiten Weltkrieges immer wieder blockiert worden, es gab dabei auch Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Rechten und Linken. Über die Zulässigkeit von Blockaden gibt es seither Streit. (szo/dpa)