merken

Bischofswerda

130 Euro für jeden aktiven Feuerwehrmann

Die Gemeinde Neukirch fördert ab sofort das Ehrenamt auf besondere Weise. Es ist nicht die einzige gute Nachricht für die Feuerwehrleute des Ortes.

Feuerwehrleute aus Neukirch und umliegenden Orten wurden Ende Juli zum Otto-Buchwitz-Ring gerufen. Dort brannte es im Dachboden eines Mehrfamilienhauses.
Feuerwehrleute aus Neukirch und umliegenden Orten wurden Ende Juli zum Otto-Buchwitz-Ring gerufen. Dort brannte es im Dachboden eines Mehrfamilienhauses. © Rocci Klein

Neukirch. Notruf 112 – innerhalb weniger Minuten ist die freiwillige Feuerwehr vor Ort. Immer mehr Städte und Gemeinden fördern dieses Ehrenamt auch finanziell – von nun an auch die Gemeinde Neukirch. Feuerwehrleute im aktiven Dienst erhalten rückwirkend ab diesem Jahr eine jährliche Entschädigungszahlung von 130 Euro. Das beschloss der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Mittwochabend. Aktuell sind es 52 Frauen und Männer der Neukircher Gemeindefeuerwehr, die von dieser Regelung profitieren – vorausgesetzt, sie beteiligen sich übers Jahr an mindestens 75 Prozent der Ausbildungs- und sonstigen Dienste. Die Pauschale, die die Gemeinde aus ihrem Haushalt finanziert, summiert sich in diesem Jahr auf 6 760 Euro, sagte Hauptamtsleiter Gerald Bär. Die Gemeinde gewährt die 130 Euro pro Feuerwehrmann bzw. -frau zusätzlich zu den 50 Euro, die der Freistaat Sachsen jetzt für jeden Kameraden im aktiven Dienst bereitstellt. Durch diese Regelung wolle die Gemeinde Neukirch, das Hilfe leistende Ehrenamt aufwerten und die Arbeit der Feuerwehrleute gerechter würdigen, sagte Gerald Bär. Wer in der Neukircher Feuerwehr eine Funktion hat, erhält – wie auch in anderen Gemeinden – schon seit Jahren eine monatliche Aufwandsentschädigung. 

Anzeige
Schön durch die Adventszeit

Hinter den „Türchen“ des Charlotte-Meentzen-Adventskalenders warten Überraschungen, die die Haut verwöhnen.

Erfrischungsgeld im Einsatz

Die Spanne reicht in der Oberlandgemeinde je nach Funktion von 80 bis fünf Euro. Für Einsatzstunden bekommen die Feuerwehrleute keine finanzielle Entschädigung. Hier geht Neukirch einen anderen Weg als beispielsweise die Stadt Bischofswerda, wo den Kameraden auf Antrag Auslagen und Aufwand bei Einsätzen mit vier Euro je halber Stunde vergütet werden. Jedoch zahlt auch Neukirch ein sogenanntes Erfrischungsgeld von drei Euro nach drei Einsatzstunden.

Der Wert einer finanziellen Entschädigung für Feuerwehrleute liegt vor allem im moralischen Bereich. Wirklich mit Geld aufwiegen lassen sich ihre Einsatzbereitschaft rund um die Uhr und die Gefahren bei Einsätzen nicht. Umso wichtiger ist ein zweiter Beschluss, den die Neukircher Gemeinderäte am Mittwoch fassten. Sie stimmten zu, zunächst 27 Kameraden mit neuer Schutzkleidung auszustatten. Stückpreis pro Satz Hose und Jacke: 1 100 Euro. Die neuen Anzüge ersetzen die alten, die nach fast 30 Jahren verschlissen sind. Fraktionsübergreifende Einigkeit im Rat: gut angelegtes Geld. Denn die Sicherheit der Feuerwehrleute steht obenan.