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14 Beschuldigte nach Schlägerei am Wiener Platz identifiziert

Fußballfans hatten im Januar Migranten verprügelt. War das ein rechtsextremer Angriff?

© Tobias Wolf

Von Tobias Wolf

Eine solche Schlägerei hatten die Polizisten am Wiener Platz noch nicht erlebt, als sie am 23. Januar, einem Samstag, ausrücken musste. Inzwischen sind 14 Beschuldigte identifiziert, die daran beteiligt gewesen sein sollen. Gegen sie und zehn Unbekannte wurden Ermittlungen eingeleitet. Dies geht aus der Antwort von Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) an den Grünen-Abgeordneten Valentin Lippmann hervor.

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Etwa 25 Dynamo-Fans aus Südbrandenburg wollten damals nach SZ-Informationen zum Drittligaspiel nach Erfurt fahren. Der Wintereinbruch verhinderte das. Stattdessen sahen die Männer das Spiel in Acki’s Sportsbar am Straßburger Platz. Später sollte es vom Hauptbahnhof wieder nach Hause gehen. Vier Fans gingen in die Passage am Wiener Platz, offenbar um Bier zu kaufen. Dabei kam es zum gewaltsamen Streit mit Migranten. Die vier mutmaßlichen Angreifer flohen in den Bahnhof und kehrten mit Verstärkung zurück. Vier Migranten im Alter von 19 bis 64 Jahren aus Tunesien, dem Irak, Algerien Afghanistan wurden bei der Schlägerei verletzt.

Sieben Verdächtige nahmen Polizisten vor Ort fest. Ob es sich um eine Tat mit rechtsextremem Hintergrund handelt, ist unklar. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei kein politisches Motiv erkennbar, so der Justizminister. Das ist keine abschließende Einschätzung. Wer an welchen Straftaten beteiligt war, stehe ebenfalls erst nach Abschluss der Ermittlungen fest.

Der Grünen-Abgeordnete nennt es einen Fehler, die Taten als nicht politisch motiviert einzuordnen, weil die Umstände auf eine fremdenfeindliche Motivation hindeuteten, so Lippmann. Gemkow solle die bisherige Einschätzung überprüfen. Nur wenn fremdenfeindliche Straftaten in den richtigen Statistiken geführt würden, könne es Konsequenzen geben – etwa mehr Personal einzustellen, um rechtsextreme Straftaten zu bekämpfen.