Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

15-Jähriger soll Willi zu Tode gequält haben

Die Besitzer des Katers sind aus Schiebock. Sie konnten ihr totes Tier heimholen, finden aber erst Ruhe, wenn der Täter gefasst ist.

Teilen
Folgen
NEU!
© privat

Von Gabriele Naß

Bischofswerda. Die Besitzer von Kater Willi, dessen traurige Geschichte am Wochenende bekannt wurde haben bei der Polizei in Bischofswerda Anzeige wegen Tierquälerei erstattet. Es ist eine Familie aus der Bischofswerdaer Innenstadt. Sie hatten ihren Liebling schon vermisst. Als sie die Geschichte im Internet sahen, erkannten sie Willi anhand des Bildes sofort.

Die Besitzer des Tieres möchten nun, dass sich möglichst viele Zeugen finden, damit derjenige gefasst wird und eine Strafe bekommt, der das Tier derart malträtierte, dass es an den Folgen starb. „Wo kommen wir denn hin, wenn der so weitermacht. Nächstens greift er Menschen an“, sagt die Tochter. –  Erste Augenzeugen haben sich auf die sich vor allem via Facebook verbreitende Geschichte bereits gemeldet. Der Familie habe man mitgeteilt, dass ein 15 oder 16 Jahre alter Jugendlicher am Sonnabend zwischen 18.30 und 19.30 Uhr gesehen worden sei, wie er das schwarz-weiße Tier zwischen Töpferberg und Bischofstraße 21 in Bischofswerda verfolgt und getreten hat. Zeugen hätten den Täter auch beschrieben. Demnach hat der Jugendliche dunkle, gegelte Haare, die Seiten sind abrasiert. Zum Zeitpunkt der Tat soll er ein grünes T-Shirt getragen haben.

Zeugen gesucht

Die inzwischen erwachsene und verheiratete Tochter hing wie die ganze Familie sehr an Willi. Sie hatten ihn aus dem Tierheim geholt, da war die Tochter noch ein Kind. Inzwischen wurde Willi 18 Jahre alt. Es ging ihm nicht mehr gut, er konnte sich kaum noch bewegen und deswegen vor dem Täter auch nicht flüchten. Die Familie hatte schon damit gerechnet, dass er diesen Sommer nicht mehr überleben würde. Aber sie haben ihn immer noch rausgelassen, damit er im Hof liegen und kleine Runde drehen kann. „Dass er sterben würde, war klar. Aber dass er so ein Ende findet, hätten wir uns nicht vorstellen wollen“, sagt die Tochter den Tränen nahe. Den einzigen Trost, den sie jetzt finden: Ihre Katze blieb nicht verschollen wie viele andere. Sie konnten sie heimholen und im Garten begraben. Möglich wurde auch das durch Facebook. Nach Veröffentlichung der Geschichte fanden die richtigen Menschen zueinander: die Besitzer, die ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Tierschutz Bischofswerda, die Willi gefunden, beherbergt und zum Tierarzt gebracht hatten und Tierarzt Dr. Dziwok in Steina. „In einer Kiste haben wir den toten Willi am Montagmorgen heimgeholt“, sagt die Tochter. Der Tierarzt habe nichts mehr für ihn tun können.

Für Zeugen:[email protected]; Wir leiten die Hinweise weiter.