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15 Kinderärzte im Altkreis Meißen

Nach dem Hausärzte-Engpass in Meißen erklärt die KV Sachsen, wie die rechtliche Lage ist.

© Symbolbild/Sven Ellger

Von Marcus Herrmann

Meißen. Geteilte Meinungen und durchaus kontroverse Diskussionen hatte der Fall einer Meißner Mutter, ihres kranken Sohnes und deren Suche nach einer Behandlung beim Kinderarzt zur Folge (die SZ berichtete). Am 21. Februar hatte Katharina Bachmann-Bux von der Landesgeschäftsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eine Stellungnahme zu dem Thema angekündigt. Diese liegt der SZ nun vor. Danach müssen Vertragsärzte die Abwesenheit von der Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung erst dann mitteilen, wenn diese länger als eine Woche dauert.

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„Es gibt keine gesetzliche Regelung, die eine erforderliche Anzahl von Ärzten in einem bestimmten Umkreis vorsieht“, so Bachmann-Bux. Bei einer Abwesenheit bis zu einer Woche sei ein Arzt nicht verpflichtet, der KV die Praxisschließung mitzuteilen. Er sei allerdings verpflichtet, für eine entsprechende Vertretung zu sorgen und dies mit dem oder den jeweiligen Kollegen abzustimmen. „Wir haben somit keine detaillierte Kenntnis, wie viele Ärzte in einer Region ihre Praxen geschlossen haben“, so die Sprecherin. Deshalb empfehle es sich, gerade in Ferienzeiten vor dem persönlichen Aufsuchen eines Arztes, diesen telefonisch zu kontaktieren. In den ländlichen Regionen ist zumeist nicht in jedem Ort ein Vertragsarzt aus jedem Fachgebiet niedergelassen, sodass allgemein Fahrzeiten in die nächstgelegene Stadt erforderlich werden, erklärt Bachmann-Bux weiter.

Zur allgemeinen Versorgungssituation der Kinderärzte teilt sie mit: „Die Fachgruppe der Kinderärzte gehört in die Versorgungsebene der allgemeinen fachärztlichen Versorgung. Diese ist in Planungsbereiche untergliedert. Der Planungsbereich Meißen für die Arztgruppe der Kinderärzte ist der in der Anfrage benannte Altkreis Meißen.“ Zuständig für die Anordnung der Zulassungsbeschränkungen und die Bedarfsplanung sei nicht die KV, sondern der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen im Freistaat Sachsen.

Laut einer Bekanntmachung des Ausschusses für den Planungsbereich Meißen beträgt der Versorgungsgrad hier 153,8 Prozent. „Bei einem Versorgungsgrad ab 110 Prozent verhängt der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen im Freistaat Sachsen für die betroffene Facharztgruppe Zulassungsbeschränkungen. Dies bedeutet, dass die rechnerische Grenze zur Überversorgung bei zehn tätigen Ärzten erreicht ist. Derzeit sind im Planungsbereich Meißen 15 Kinderärzte vertragsärztlich tätig“, so die Sprecherin.

Man sei sich jedoch bewusst, dass der rechnerische Versorgungsgrad nicht die Versorgungsrealität in den einzelnen Regionen widerspiegele. Deshalb sei der KV sehr daran gelegen, „dass abzugebende kinderärztliche Praxen durch einen Nachfolger fortgeführt werden.“