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Feuilleton

15 lustige Minuten mit Joko und Klaas

Mit gewonnener Sendezeit haben Joko und Klaas die TV-Zuschauer schon früher überrascht. Diesmal erlaubten sie sich einen Spaß mit RTL.

Klaas Heufer-Umlauf (rechts)  und Joko Winterscheidt sorgten am Mittwochabend für ein Quotenrennen der besonderen Art.
Klaas Heufer-Umlauf (rechts) und Joko Winterscheidt sorgten am Mittwochabend für ein Quotenrennen der besonderen Art. © dpa

Berlin. Eine Viertelstunde Sendezeit ganz nach dem eigenen Geschmack und das zur Primetime - diesen Gewinn haben die Entertainer Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt am Mittwochabend für ein Quotenrennen der besonderen Art genutzt. 

Sie blendeten bei ProSieben die zeitgleich laufende Corona-Sondersendung von Konkurrent RTL ein und kommentierten sie. RTL reagierte prompt: "Das Original ohne nervige Einblendungen unten in der Ecke gibt's nur bei uns", twitterte der Sender.

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Innerhalb weniger Minuten twitterten Tausende Zuschauer zu der Aktion. Viele fragten sich - wie auch die Entertainer selbst - welcher der beiden Privatsender nun die bessere Einschaltquote mit quasi ein und derselben Sendung erreiche. Die beiden selbst bezeichneten sich kurz nach der Sendung als "Quotenmultiplikatoren".

Und die Quoten sahen so aus: 1,30 Millionen Zuschauer (Marktanteil 4,1 Prozent) sahen das Ganze auf ProSieben. RTL verbuchte selbst 2,36 Millionen (7,4 Prozent). Damit waren es insgesamt mehr als 3,6 Millionen.

Der Moderator der RTL-Sondersendung, Maik Meuser, nahm seinen unfreiwilligen Auftritt bei der Konkurrenz mit Humor: "Lustige Aktion, Joko&Klaas. Unser #RTL-Corona-Spezial zu übertragen. heute genau richtig. Lachen gegen #Corona. Menschen aus 2 Haushalten dürfen ja wieder zusammenkommen. Warum also nicht auch aus 2 Sendern." Und tatsächlich: ein weiterer Tweet des RTL-Moderators wurde auf dem offiziellen ProSieben-Account weiterverbreitet - darin bedankt sich Meuser bei Joko und Klass für die "lustige Aktion".

Heufer-Umlauf (36) und Winterscheidt (41), die die 15 Minuten Sendezeit am Dienstagabend in einer Spielshow gewonnen hatten, fragten sich aber schon während der Aktion, wie viel Ärger ihnen das Ganze einbringen könnte. "Dürfen wir das? [...] Ist das legal?", fragte Winterscheidt. Es sei wohl schon im Bereich, wo man ein bisschen kulant sein müsse, mutmaßte Heufer-Umlauf - und weiter: "Aber vielleicht bekommen wir auch den Grimme-Preis." Das RTL-Logo oben links im Bild überklebten die Entertainer mit einem roten ProSieben-Bildchen.

Auch viele Zuschauer fragten sich, wie es nach 20.30 Uhr, als die Sendezeit endete, weiterging und ob die Komiker Ärger bekamen. ProSieben hatte schon vorab vorsorglich getwittert: "ProSieben distanziert sich von sämtlichen Inhalten von #JKlive, da wir nicht wissen, was passieren wird."

Laut Winterscheidt und Heufer-Umlauf selbst versuchten mehrere Verantwortliche des Senders, sie während der Show auf dem Handy zu erreichen. Auf dem Twitter-Account "Joko & Klaas" hieß es dazu: "Sorry @ProSieben, Joko & Klaas können gerade nicht ans Telefon gehen." Der Sender selbst teilte diesen Tweet unmittelbar nach Ende der Übertragung und schrieb dazu: "Aber jetzt."

Auch in der früheren Staffel der Spielshow "Joko & Klaas gegen ProSieben" hatten die beiden schon Sendezeit gewonnen. Etwa im Mai 2019 nutzten sie die 15 Minuten aber für deutlich ernstere Themen - damals gaben sie drei Menschen Raum für deren Themen: Flüchtlingshilfe, Obdachlosigkeit und Kampf gegen Rechtsextremismus.

In der Spielshow "Joko & Klaas gegen ProSieben" treten die beiden Entertainer gegen Mitarbeiter ihres Arbeitgebers an; als Preis gibt's 15 TV-Minuten zur freien Verfügung. Da Joko und Klaas am Dienstag gewannen, bekamen sie diese Minuten gleich am Mittwochabend zugesprochen - dafür wurde sogar der Staffelstart von "Grey's Anatomy" um 15 Minuten verschoben. (dpa)

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