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1 500 Kündigungen

Mit einer Grundgebühr für die Kontoführung von drei Euro im günstigsten Falle konnten Kunden der Sparkasse Bautzen rechnen. Das quittierten einige durch Konto-Kündigungen.

© Uwe Soeder

Von Theresa Hellwig

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Bautzen. Keine Filialschließungen und keine höheren Kontoführungsgebühren für das Jahr 2018 – das versprechen Dirk Albers und Gerald Iltgen. Bei ihrer Jahrespressekonferenz stellte die Kreissparkasse Bautzen jetzt ihre Bilanz vor.

Zinsen bleiben gering
Eines ist relativ sicher: Der Niedrigzins bleibt. Nur 0,001 Prozent Zinsen, also einen Cent auf 1000 Euro, erhalten Anleger bei der Sparkasse derzeit auf Spareinlagen mit der üblichen dreimonatigen Kündigungsfrist. „Das spüren die Kunden, das spürt auch die Sparkasse als Anleger“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dirk Albers.

Weniger Kunden wegen Kontogebühren
Schon im vergangenen Jahr führte das Kreditinstitut höhere Kontoführungsgebühren ein. Etwa 1500 Girokonten habe die Sparkasse auf diese Weise verloren. Während es 2016 noch 91 800 Konten waren, waren es nach der Preiserhöhung nur noch 90 300 Girokonten. „Es war klar, dass uns nicht alle Kunden folgen werden“, sagt Albers. Gegangen seien vor allem Kunden, die ihren Hauptwohnsitz mittlerweile woanders haben oder mehrere Konten zusammenlegten. Für 2018 plant das Kreditinstitut keine weitere Erhöhung der Gebühren.

Stabiles Betriebsergebnis
Zufrieden zeigte sich Albers mit dem Betriebsergebnis von 12,6 Millionen Euro. „Es ist uns gelungen, das Betriebsergebnis auf einem stabilen Niveau zu halten. Das macht uns stolz“, erklärte er. Zehn Millionen Euro wolle die Sparkasse davon dem Eigenkapital hinzufügen – quasi „als Speckmantel“, sagte Albers. Etwa 600 000 Euro davon gehen an Projekte in der Region, ähnlich hoch ist die Ausschüttung an den Landkreis. Auch das Vermögen der Kunden des Kreditinstituts stieg um 16 Millionen Euro auf 1 472 Millionen Euro an.

Kunden wollen Beratung
„Sparen im Sparstrumpf war vorgestern, mit Sparbuch gestern“, sagt Gerald Iltgen. Heute gilt es, das Geld zu streuen. Darauf haben sich die Kunden eingelassen – nehmen aber dementsprechend mehr Beratung in Anspruch. „Beratung ist für die Kunden immer wichtiger“, erklärt Iltgen. Deshalb habe die Sparkasse ihre Beratungszeiten im vergangenen Jahr erweitert. Filialschließungen plant die Sparkasse nach eigenen Angaben vorerst nicht. Einsparen möchte die Bautzener Sparkasse langfristig jedoch an Personalkosten: Viele Stellen, aus denen Angestellte in Altersteilzeit gehen, sollen nicht neubesetzt werden.

Wirtschaftswachstum: Region profitiert
Auch der Landkreis Bautzen leidet unter dem Fachkräftemangel, berichtet Iltgen. Dennoch „partizipiert die Region am Wirtschaftswachstum“. Die Unternehmen setzen auf Investitionen. „Der deutsche Mittelstand ist in guter Verfassung“, sagt Iltgen. Kredite in Höhe von insgesamt 103 Millionen Euro hat die Kreissparkasse 2017 vergeben, 53 Millionen davon an Unternehmen. Das sind trotz allem insgesamt 19 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Hier habe die Konkurrenz aus dem Internet stark zugenommen.

Onlinebanking mäßig beliebt
Immer mehr Menschen führen ihre Privatgirokonten online: 42 Prozent derjenigen, die ihr Konto bei der Sparkasse Bautzen haben, nutzten das Angebot. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es nur zehn Prozent. Hingegen mehr als die Hälfte der Sparkassenkunden entschieden sich 2017 weiterhin für das analoge Angebot.