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1 500 marschieren gegen Asylpolitik

Eine Initiative von Asylgegnern mobilisiert zahlreiche Freitaler. Nur wenige versammeln sich zu einer Gegenkundgebung.

© Oberthür

Von Sebastian Martin

Hunderte Freitaler sind gestern Abend zu einer Anti-Asyl-Demonstration auf die Straße gegangen. Nach Schätzungen der Polizei folgten etwa 1 500 Menschen einem Aufruf der Initiative „Freital wehrt sich. Nein zum Hotelheim“. Diese hatte auf Plakaten und bei Facebook zu einer Kundgebung mit anschließendem Spaziergang geladen, um gegen die zentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Freitaler Wohngebieten sowie die Asylpolitik der Landes- und Bundesregierung zu protestieren. „Wieder einmal wurden die Bürger an dieser Entscheidung nicht beteiligt, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt“, hieß es vonseiten der Initiatoren.

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Etwa hundert Menschen versammelten sich vor dem Leonardo-Hotel in Freital, in dem seit dieser Woche Flüchtlinge untergebracht werden. Sie demonstrierten für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz.
Etwa hundert Menschen versammelten sich vor dem Leonardo-Hotel in Freital, in dem seit dieser Woche Flüchtlinge untergebracht werden. Sie demonstrierten für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. © Oberthür

Der Protest begann um 19 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Platz des Friedens. Dieser war komplett mit Menschen gefüllt. Deutschlandfahnen wehten. Auf den Transparenten waren Slogans wie „Dem Volk reicht’s“ oder „Wirtschaftsflüchtlinge abschieben“ zu lesen. In einem der Wortbeiträge prangerte der Freitaler Mario Wagner die Umwidmung des Leonardo-Hotels zur Flüchtlingsunterkunft an. Er warb zudem für eine Petition, die er am Montag Oberbürgermeister Klaus Mättig übergeben will. Nach eigener Aussage sammelte er bereits vor der Kundgebung über 700 Unterschriften. In den weiteren Redebeiträgen wurden ebenfalls die Asylpolitik sowie die Medien kritisiert.

Anschließend setzte sich die Demonstration in Bewegung. Vom Platz des Friedens ging es über die Albert-Schweitzer-Straße in Richtung Panschau. Immer wieder rief die Masse „Wir sind das Volk.“ An der Ecke Dresdner Straße/Schachtstraße kam der Zug ins Stocken. Vereinzelt flogen Leuchtraketen in Richtung Polizei. Offenbar wollten einige Teilnehmer in Richtung des Leonardo-Hotels ziehen, in dem seit dieser Woche Flüchtlinge leben. Ein Polizeiaufgebot verhinderte dies. Im Vorfeld distanzierten sich die Organisatoren zwar von fremdenfeindlichen oder extremistischen Tendenzen, allerdings hatten auch Personen aus dem rechten Spektrum ihre Teilnahme an dem Spaziergang angekündigt, der gegen 20.30 Uhr nach dem Rückmarsch über die Dresdner Straße am Platz des Friedens endete.

Bereits um 18 Uhr versammelten sich etwa hundert Menschen zudem vor dem Leonardo-Hotel in Döhlen, in dem der Landkreis insgesamt bis zu 200 Asylbewerber unterbringen will. Sie demonstrierten für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. „Unsere Kundgebung soll ein Zeichen für eine Willkommenskultur von Flüchtlingen in Sachsen sein“, sagte Michael Richter, Vorsitzender des Stadtverbandes der Linkspartei. Dieser hatte die Veranstaltung gemeinsam mit dem Bündnis 90/Die Grünen angemeldet.

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Nach Angaben der Polizei verliefen bis auf den Einsatz von Pyrotechnik im Protestzug der Initiative „Freital wehrt sich. Nein zum Hotelheim“ beide Demonstrationen friedlich ab. Allerdings war der Einsatz zu Redaktionsschluss noch nicht beendet. Zuvor hatte Freitals Oberbürgermeister Klaus Mättig (CDU) alle Seiten zur Vernunft aufgerufen. „Gewalt und Provokation sollte kein Raum gegeben werden“, sagte er .