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17 Kinder an Masern erkrankt

Laut Gesundheitsamt ist in Dresden die Zahl der Maserninfektionen sprunghaft angestiegen, es gibt aktuell mehr Infektionen als in den letzten vier Jahren zusammen. Experten sehen keinen Grund zur Sorge.

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Dresden. Die Zahl der gemeldeten Maserninfektionen ist in den letzten beiden Wochen in Dresden sprunghaft angestiegen. Wie der Leiter des Dresdner Gesundheitsamtes Jens Heimann mitteilt, sind aktuell 17 Kinder und Jugendliche an Masern erkrankt. Amtsarzt Jens Heimann: „Das sind mehr gemeldete Infektionen als in den letzten vier Jahren zusammen.“ Die Zahl der Infektionen ist damit in diesem Jahr bereits auf insgesamt 22 Fälle angewachsen. Zum Vergleich: 2014 wurde lediglich eine Infektion registriert. Im Jahr 2013 waren es fünf, 2012 keine und 2011 insgesamt sieben.

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Das Gesundheitsamt rechnet mit weiteren Erkrankungsfällen. Insbesondere Geschwister und andere Kontaktpersonen der nachweislich Infizierten dürften betroffen sein. Wegen der acht bis zehn Tage dauernden Inkubationszeit ist es möglich, dass noch nicht in allen Fällen die Erkrankungssymptome offen sichtbar sind. Das Gesundheitsamt hat aus diesem Grund bereits in den betroffenen Einrichtungen und Familien die jeweiligen Kontaktpersonen ermittelt und deren Impfschutz überprüft. In Fällen, in den kein hinreichender Impfschutz nachgewiesen werden konnte, wurden Besuchs- oder Tätigkeitsverbote für die jeweiligen Einrichtungen für die Dauer von zwei Wochen nach dem letztem Kontakt mit dem Infizierten ausgesprochen.

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Nach Einschätzung der Experten ist die Zahl der gemeldeten Maserninfektionen derzeit überdurchschnittlich hoch, jedoch nicht besorgniserregend. Kritische Krankheitsverläufe gab es bisher nicht. Alle Eltern werden aber gebeten, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen. Die erste Impfung wird ab vollendetem zwölften Lebensmonat empfohlen, die zweite Impfung im sechsten Lebensjahr. In der Umgebung von Erkrankten kann die zweite Impfung auch früher gegeben werden. Erwachsene sollten ebenfalls zweimal geimpft sein, insbesondere Lehrer, Erzieher und medizinisches Personal. Personen, die vor 1958 geboren sind, gelten als immun. Für Fragen zum persönlichen Impfschutz sollten sich alle Interessierten an ihren Haus- oder Kinderarzt wenden.

Derzeit 87 Fälle in Sachsen

Gegen Masern impfen lassen? Pro & Kontra

Hunderte Menschen erkranken, in Berlin gab es sogar einen Todesfall: Ein Kleinkind starb an Masern. Ärzte raten zu einer Impfung - davon ist aber nicht jeder überzeugt. Einige Argumente, die dafür und dagegen sprechen:

Pro

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit: Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündungen sind bei der Erkrankung möglich, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Für eine Impfung spricht außerdem: Wer sich gegen Masern impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Wenn 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, können sich die Masern nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nicht mehr ausbreiten. Dann wären auch nicht geimpfte Menschen wie junge Säuglinge durch die sogenannte Herdenimmunität geschützt.

Wer nicht geimpft ist, steckt sich bei Kontakt mit dem Virus mit fast 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit an. Eine zweimalige Impfung bietet auf der anderen Seite einen mehr als 95-prozentigen Schutz.

Kontra

Impfgegner führen zum einen die Nebenwirkungen ins Feld. Sie halten das Risiko für nicht kalkulierbar. Generell sind mögliche Nebenwirkungen auch laut dem Robert Koch-Institut unbestritten. Bei Masern reichen sie der Bundesärztekammer zufolge von Rötungen bis hin zu Fieber, sehr selten seien auch allergische Reaktionen möglich.

Andere Argumente der Impfgegner stehen dagegen in deutlichem Widerspruch zu den Einschätzungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und der Ständigen Impfkommission (Stiko). So sind Masern etwa nach Ansicht von Kritikern wie Hans Tolzin eine harmlose Kinderkrankheit, die in der Regel ohne Komplikationen verlaufe. Er bezweifelt auch die Wirksamkeit einer Impfung.

Andere glauben, dass das Durchmachen von Krankheiten für die Entwicklung des Kindes wichtig sei und einen besseren Schutz bewirke als eine Impfung. (dpa)

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