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1,8 Millionen Kubikmeter Schadholz durch „Herwart“ und „Friederike“

Der Schaden in den sächsischen Wäldern durch die jüngsten beiden Stürme ist beträchtlich. Bei der Beräumung ist Eile geboten.

© Arnulf Stoffel/dpa

Siebenlehn Riesige Bäume liegen quer übereinander auf dem Boden, große Wurzelteller ragen in die Höhe: Die Stürme „Herwart“ und „Friederike“ haben in Sachsens Wäldern einen ähnlichen Schaden wie „Kyrill“ vor zehn Jahren hinterlassen. Wie Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) am Freitag in einem Wald nahe Siebenlehn in Mittelsachsen mitteilte, sind rund 1,8 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen. Damit ist laut Ministeriumsangaben die Rekordmenge von Sturm „Kyrill“ aus dem Jahr 2007 erreicht worden. Der reguläre Holzeinschlag beträgt 2,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

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„Wir haben es hier mit einer Katastrophe für die sächsische Wald- und Forstwirtschaft zu tun, deren Bewältigung gemeinsamer Anstrengungen bedarf“, sagte Schmidt. Zunächst würden die Wege beräumt. Dies werde voraussichtlich bis Ende der kommenden Woche erledigt sein. Anschließend gehe es darum, schnellstmöglich das Holz aus den Wäldern zu holen. Wegen der Gefahr durch Borkenkäfer werde dies zu einem Wettlauf, so der CDU-Politiker.

Während „Herwart“ im Oktober die Gebirgsregionen getroffen hatte, wütete „Friederike“ vor gut einer Woche in tieferen Regionen. Am stärksten betroffen waren die Forstbezirke Taura, Leipzig, Chemnitz und Dresden. Der jüngste Sturm hat vor allem Kiefern betroffen, bei „Herwart“ waren es überwiegend Fichten.

„Das ist wie Mikado. Hier müssen Profis ran“, sagte Schmidt mit einem Blick in den Zellwald bei Siebenlehn, wo ein Waldarbeiter mit einer großen Holzerntemaschine Bäume fällte, entastete und am Wegrand ordnete. Das Holz soll nun schnell geborgen werden, um es der Vermarktung zuzuführen. Bei der Kiefer sei Eile geboten, weil sie nicht lagerfähig sei, sagte Landesforstpräsident Hubert Braun. Die Fichte hingegen sei anfälliger für den Befall von Borkenkäfern, der im Frühjahr ab Temperaturen um 15 Grad aktiv wird.

Laut Schmidt ist es nicht möglich, bis zum Frühjahr die Schäden zu beseitigen. „Das wird das ganz Jahr dauern“, sagte er. Größtes Problem sei dabei nicht das Geld, sondern die Koordination von Technik und Forstmitarbeitern. (dpa)