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Politik

45 Polizisten bei Berliner Demos verletzt

Die Zahl der verletzten Polizisten bei Berliner Demonstrationen ist deutlich angewachsen.

Die Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin wurde von der Polizei aufgelöst.
Die Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin wurde von der Polizei aufgelöst. © Christoph Soeder/dpa

Nach der Auflösung einer Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflage am Samstag in Berlin war die Arbeit der Polizei für diesen Tag noch längst nicht beendet: Aus Protest gegen die Räumung einer linken Szene-Kneipe versammelten sich nach Schätzungen der Einsatzkräfte am Abend rund 2.500 Personen aus der linken Szene zu einem Aufzug in Berlin-Neukölln. Dabei kam es zu heftigen Ausschreitungen. Wie die Polizei mitteilte, griffen teils Vermummte Polizeikräfte an, bewarfen sie mit Steinen und Flaschen, errichteten Barrikaden und zündeten Pyrotechnik. Mehrere Polizisten wurden verletzt, drei von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht, weil sie etwa durch Glassplitter im Gesicht verletzt wurden. Mehrere Personen wurden festgenommen. 

Später am Abend setzten sich die Krawalle dann am Prenzlauer Berg fort. Laut Polizei versammelten sich erneut rund 200 Personen, errichteten weitere Barrikaden und warfen wieder Steine und Flaschen. Die Polizei nahm drei Personen fest. Der Berliner "Tagesspiegel" wertete den Aufzug in Neukölln als eine der größten Demonstrationen der linksautonomen Szene der vergangenen Jahre.

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Die Polizei bilanzierte das Geschehen am Sonntag nur zusammen mit anderen Demonstrationen. Danach gab es in Berlin insgesamt 133 Festnahmen. Es wurden 89 Strafermittlungs- und 36 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Dabei geht es um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch, schweren Landfriedensbruch, Zusammenrottung oder Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Bei den Aktionen seien 45 Polizeikräfte verletzt worden. Auch hier blieb offen, bei welchen Einsätzen im einzelnen. Zuvor hatte die Polizei von 18 verletzten Kollegen und Kolleginnen berichtet. 

Eine Zuordnung zu den einzelnen Demonstrationen sei aktuell nicht möglich, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Insgesamt waren nach Polizeiangaben 1.100 Beamte bei den Demonstrationen am Samstag im Einsatz. Darunter waren auch Demonstration und Kundgebung gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Kundgebung war von der Polizei beendet worden. Bei der Auflösung musste die Polizei auch einzelne Teilnehmer wegtragen. Ob auch bei diesen Einsätzen Polizisten verletzt wurden, konnte der Polizeisprecher am Sonntag nicht sagen. 

Trotz steigender Infektionszahlen hatten am Samstag Tausende Menschen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. Nach Schätzungen der Polizei schlossen sich bis zu 17.000 Menschen einem Demonstrationszug an, rund 20.000 beteiligten sich anschließend an der Kundgebung.

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Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Polizisten bei der Auflösung einer Anti-Corona-Demonstration verletzt worden seien. Das ist nach neuen Informationen der Polizei jedoch nicht mehr eindeutig. SZ/mxh

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