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20 Prozent mehr S-Bahnfahrer

Der dichtere Takt nach Dresden zahlt sich aus. Jetzt soll er auch in Richtung Sächsische Schweiz gelten.

© Claudia Hübschmann

Von Christian Eissner und Maik Brückner

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Elbland. Gute Erfahrungen auf der S-Bahn-Strecke von Dresden nach Meißen haben den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) bewogen, künftig auf der S-Bahn-Linie 1 auch südöstlich der Landeshauptstadt mehr Züge verkehren zu lassen. „Unter anderem durch die Taktverdichtung der S1 zwischen Dresden und Meißen hat sich die Zahl der Fahrgäste an Werktagen dort in den vergangenen fünf Jahren deutlich erhöht“, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper – in Meißen von 3 800 auf 4 600 (plus 21 Prozent) und in Dresden von 8 800 auf 11 300 (plus 28 Prozent).

Ein ähnliches Plus erhofft sich der Verbund nun auch auf der restlichen Strecke der S 1. Etwa 9 200 Menschen nutzen an einem durchschnittlichen Wochentag die S-Bahn zwischen Pirna und Dresden. Die meisten von ihnen pendeln zur Arbeit oder zur Schule. Hinzu kommen viele Ausflügler, die die Sächsische Schweiz besuchen. Nach Angaben des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) hat der werktägliche Pendelverkehr in den vergangenen fünf Jahren um acht Prozent zugenommen. Entsprechend sind die Bahnen vor allem früh und am späten Nachmittag oft rappelvoll.

Um die einzelnen Züge zu entlasten, lässt der Verkehrsverbund ab dem 3. April wochentags mehr S-Bahnen rollen. Statt bisher vier pendeln dann stündlich sechs Zugpaare zwischen Pirna und Dresden-Hauptbahnhof. Der Zeitabstand zwischen den einzelnen Zügen verkürzt sich auf theoretisch zehn Minuten, in der Realität sind es 7 bis 13 Minuten.

Die Verdichtung des S-Bahn-Takts gibt es nicht rund um die Uhr. Sie gilt von montags bis freitags zwischen 5.30 und 8.30 Uhr sowie zwischen 14.30 und 18 Uhr, also genau zu den Hauptpendlerzeiten, in denen die größte Kapazität benötigt wird. Der VVO hofft, dass dank des dichteren Takts noch mehr Berufspendler auf die S-Bahn umsteigen.

Ausflüglern in die Sächsische Schweiz und auch den Einwohnern der Orte im oberen Elbtal nutzt der neue S-Bahn-Takt hingegen kaum, denn für die meisten S-Bahnen aus Dresden ist in Pirna Endstation. Zwischen Pirna und Bad Schandau ändert sich nämlich nichts, es fahren weiterhin zwei Zugpaare pro Stunde. Das liege nicht am Willen des VVO, sagt Christian Schlemper. Grund sei schlicht die begrenzte Kapazität der Strecke. Bis Pirna rollt die S-Bahn auf separaten Gleisen, danach muss sie sich die Schiene mit den Fernzügen teilen. „Wir bekommen ab Pirna leider nicht mehr S-Bahnen auf die Gleise, da der internationale Personen- und Güterverkehr immer Vorrang hat“, bedauert Schlemper.

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