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20 Tonnen Schnee für die Kunst

Kommende Woche entstehen am Alten Zollhaus in Neuhermsdorf Schneeskulpturen. Vier eiskalte Riesenwürfel sind jetzt schon da.

© Egbert Kamprath

Von Stephan Klingbeil

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Neuhermsdorf. Die Kälte macht’s möglich: Nach fast fünf Jahren wetterbedingter Pause sind ab kommender Woche wieder große Schneeskulpturen am Landhotel Altes Zollhaus in Neuhermsdorf zu sehen. Dafür wurden in diesen Tagen rund 20 Tonnen Schnee vor Ort zusammengekarrt. Dann kam ein Bagger vor dem Hotel an der Altenberger Straße zum Einsatz. Dort wurde der Schnee seit Mittwochmorgen in vier große speziell angefertigte Bauverschalungen gefüllt. Die Riesen-Würfel haben jeweils eine Kantenlänge von 2,5 Metern, erklärt Elke Fromm vom Alten Zollhaus. Sie betreut die Skulpturen-Aktionen seit 22 Jahren. „Der Schnee muss ganz sauber sein“, sagt sie. „Er wird dann in den Bauverschalungen von den Arbeitern festgetrampelt.“ Am Ende muss der Bagger ran. Dessen Schaufel plättet den Schnee. Dann werden die Formen entfernt. Noch am Abend sollte alles fertig sein. Die Blöcke bleiben dann stehen.

Am Sonntag werden die Künstler anreisen und dann die Schneewürfel bearbeiten. Vier Kunstwerke sollen bis Freitag innerhalb von fünf Tagen entstehen. Sie sind kostenlos zu sehen. Besucher können den Künstlern zudem bei der Arbeit zuschauen. Wer die Schöpfer der Kunstwerke sind und auf was für Motive sich Besucher freuen können, verrät Fromm nicht – noch nicht. Etwas solle bis zum Montag bleiben. Wie die SZ erfuhr, soll es sich um Künstler aus der Region handeln, die Erfahrung mit Schneeskulpturen haben. Das Motto steht indes schon länger fest: Nach den Absagen seit der letzten Skulpturen-Schau 2012 sollen nun endlich die „Legenden der Geschichte“ entstehen. Das Motto ist nicht richtig neu. Das Konzept der Aktion ist es.

Denn erstmals findet in Neuhermsdorf kein Schneeskulpturen-Wettbewerb statt. „Der Aufwand war sehr groß“, erklärt Elke Fromm. Bis zur letzten Veranstaltung dieser Art, die sich stets zu einem echten Besuchermagneten entwickelte, hätten 50 Tonnen sauberer Schnee eingesammelt und zehn große Blöcke errichtet werden müssen. „Das war nicht ohne“, so die Hotel-Mitarbeiterin. „Außerdem ist das Wetter unbeständig. Man weiß nicht, ob das so klappt.“

Daher haben Hotelinhaber Gerrit Curcio und sein Team entschieden, neue Wege zu gehen. Und das Wetter spielt zum Glück auch mit – kalt genug soll es jedenfalls auch noch in der kommenden Woche sein.

Die Schneeskulpturen-Aktion reiht sich nun ein ins Konzept des Alten Zollhauses, das seit vorigem Jahr als Kunsthotel Gäste ins Osterzgebirge lockt. In jedem Zimmer stellt ein Künstler aus. Insgesamt sind es 37 Kreative aus 15 Ländern aus. Jeder Raum ist also eine kleine Galerie. Und Curcio selbst hat die Kunstwerke ausgesucht. Ab und zu wechseln die ausgestellten Bilder.

Skulpturen-Aktion ergänzt Konzept

Darüber hinaus hat der Deutsch-Italiener kürzlich im Hotel ein kleines Café samt sizilianischer Weinbar eröffnet. Hier werden sizilianische Kreationen und 28 Kaffeesorten angeboten. Mit dem Konzept aus Kunst und kulinarischen Leckereien will Curcio, der auch Chef eines Sporthotels auf Sizilien ist, mehr Gäste ins Osterzgebirge locken.

Traditionsreiche beliebte Aktionen wie die mit den Schneeskulpturen ergänzen das Angebot. Da es zudem nicht an Schnee fehlt, laufen die Geschäfte. An den kommenden zwei Wochenenden ist das Kunsthotel ausgebucht. Vor allem zum Skifahren kommen derzeit die meisten Übernachtungsgäste, sagt Elke Fromm. Viele davon reisen aus Berlin und Dresden an. Und solange es nicht taut, können sie sich auch an den Kunstwerken aus Schnee erfreuen.

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