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20 weitere Baustellen bis Jahresende

Ebersbach-Neugersdorf beseitigt Schäden aus dem Hochwasserjahr 2013. Das kostet mehr als ursprünglich geplant.

© SZ-Archiv / Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

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Es ist Winterpause auf Baustellen in Ebersbach-Neugersdorf. Erst im Frühjahr, bei stabilen Plusgraden, werden die Schäden weiter beseitigt, die das Hochwasser 2013 in der Oberlandstadt angerichtet hatte. 70 Maßnahmen, wie es im Amtsdeutsch heißt, sind bewilligt worden. Dafür waren ursprünglich 12,5 Millionen Euro veranschlagt worden. Das wird nicht reichen, berichtete der Beigeordnete Bernd Noack am Montag in der Stadtratssitzung von Ebersbach-Neugersdorf. Voraussichtlich kommen 13 Millionen Euro zusammen. Das Geld muss die Stadt nicht aus eigener Tasche bezahlen, es sind Fördermittel von Bund und Land, nahezu 100 Prozent. Wenn Mehrkosten für eine Baustelle entstehen, zum Beispiel wegen verschiedener behördlicher Auflagen oder als Ergebnis von Ausschreibungen, begründet das Landratsamt, warum das so ist. Dann werden die Mehrkosten in der Regel bewilligt, informiert Bernd Noack den Stadtrat. Dennoch hat das Gremium bereits im Vorjahr für die Nichtanerkennung von Kosten bei den Arbeiten 100 000 Euro in den Haushalt eingestellt. „Aktuell sind reichlich 60 000 Euro nicht anerkannt“, berichtet der Beigeordnete.

Alle Bauvorhaben zur Beseitigung der Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 sollen bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Von den insgesamt 70 mit Fördermitteln bewilligten Baustellen sind bisher 23 vollständig abgeschlossen. Dazu gehören die Arbeiten in der Camillo-Gocht-Straße in Ebersbach, wo neue Kanäle verlegt worden sind und die Straße erneuert wurde. In der Amtsgerichtsstraße, ebenfalls in Ebersbach, gibt es jetzt neue, feste Straßenbankette. In der Seitenstraße sind neue Stützwände errichtet und die Straße erneuert worden. In der Hauptstraße 149 in Ebersbach musste ein Umgebindehaus weichen, nachdem die aus Sicht des Denkmalschutzes wertvollen Teile geborgen worden waren. An dieser Stelle hat die Spree jetzt mehr Raum und kann sich bei Hochwasser ausbreiten, ohne zu schaden. Ein alter Schuppen ist dort ebenfalls abgerissen worden. Ein weiterer jedoch blieb stehen, da es sich dabei um eines der noch erhaltenen historischen Spritzenhäuser der Feuerwehr handelt.

Umfangreiche Arbeiten waren in der Weberstraße erforderlich. Dort mussten nicht nur die Stützwände erneuert werden, sondern auch zwei Brücken. Hier hatten die Fischereibehörde und die Untere Wasserbehörde ein gewichtiges Wort mitzureden. Denn das Spreebett war naturnah zu gestalten. Steine im Bachbett mussten nicht als Fläche, sondern in Kurven mäanderartig verlegt werden, so dass Fische künftig auch bei niedrigem Wasser noch schwimmen können. Kurz vor dem Jahreswechsel sind die Weberstraße und die August-Bebel-Straße als Einbahnstraßen für den Verkehr freigegeben worden. Das damals noch fehlende Geländer in der Weberstraße ist bereits in den ersten Januarwochen angebracht worden.

Vier Baumaßnahmen aus dem Vorjahr werden in diesem Jahr weitergeführt, darunter die an der Bautzener Straße, die voraussichtlich im April/Mai fertig werden soll. An der B 96 in Ebersbach wird voraussichtlich bis zum August weitergebaut. Ab Baubeginn gilt dann wieder die weiträumige Umleitung für Lkw ab 7,5 Tonnen und halbseitige Sperrung mit Ampelregelung für alle anderen Fahrzeuge.

Für 23 Baustellen zur Beseitigung von Hochwasserschäden sind die Nachweise für die Verwendung der Fördermittel eingereicht oder derzeit durch Mitarbeiter der Bauverwaltung der Stadt in Bearbeitung. Weitere 20 Vorhaben sollen 2018 gebaut werden. Sie haben einen Umfang von insgesamt 3,9 Millionen Euro. Dafür werden durch die Bauverwaltung die Ausschreibungen vorbereitet. Bis Jahresende sollen unter anderem ein Mischwasserkanal in der Schillerstraße sowie ein Regenwasser-Kanal und die Fahrbahn in der Bleichenstraße, beides in Neugersdorf, fertig werden. Ebenso der Gehweg in der Bautzener Straße und die Fischtreppe am Spree-Eck in Ebersbach. In der Fuchsstraße sollen eine Brücke erneuert und die Straße instand gesetzt werden. Insgesamt sei die Beseitigung von Hochwasserschäden in Ebersbach-Neugersdorf ein anspruchsvolles Bauprogramm, das die Stadt 2018 aufgelegt hat und das kaum Raum für andere Bauvorhaben lässt, informierte der Beigeordnete.