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200 Liter Farbe für Gröba

Ein Fassadenprojekt an der Kirchstraße ist einzigartig in Riesa. Am Wochenende wurde es gefeiert.

An der früheren Schmiede steht tatsächlich wieder ein Schmied. Auch dieses Haus gehört zum Fassadenprojekt.
An der früheren Schmiede steht tatsächlich wieder ein Schmied. Auch dieses Haus gehört zum Fassadenprojekt. © Andreas Weihs

Riesa. Ein Hufschmied, ein Fleischer, eine Kirchschule und ein Kolonialwarenladen: Sie alle belebten einst Straßen in Gröba – und sind jetzt als große Fassadenbilder wieder im Stadtbild vertreten. Möglich macht das eine Initiative von Gröbaer Bürgern – und die Hilfe von Sponsoren, wie dem Riesaer Stahlwerk Feralpi, das nur ein paar Hundert Meter Luftlinie entfernt liegt.

„Riesa als unser Unternehmensstandort und Heimat vieler unserer Mitarbeiter liegt uns am Herzen“, sagt Frank Jürgen Schaefer, Werksdirektor der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi. „Somit war es für uns klar, dass wir die Stadtteilinitiative ‚Wir in Gröba‘ bei ihrer Idee, eine bunte Straße zu gestalten, unterstützen werden.“

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Die „Bunte Straße Gröba“ umfasst die Kirchstraße sowie die Strehlaer Straße, wo an vier Häuserfassaden die Vergangenheit wiederauflebt – pünktlich zum 900-jährigen Jubiläum Riesas. Am Sonntag wurden sie offiziell eingeweiht. Besucher konnten sich selbst anschauen, was der Berliner Künstler Malte Nickau zusammen mit bis zu sieben Helfern an die Wände gebracht hat. 

An der früheren Schmiede steht tatsächlich wieder ein Schmied, im Kolonialwarenladen sind die Regale gefüllt, in der Schule herrscht Trubel. Das größte Werk ist an den Fassaden der ehemaligen Fleischerei zu sehen, in der sich heute ein Döner-Restaurant befindet. Leuchtend blau sind die einst farblosen Mauern, verziert mit aufgemalten Mosaiken – ganz wie einst das Ischtar-Tor in Babylon.

„Insgesamt haben wir über 200 Liter Brillux-Farbe für die vier Fassaden benötigt“, sagt Künstler Malte Nickau. Unterm Strich wurde an 24 Tagen gemalt und gepinselt, die Mauern vor Regen geschützt, damit die Farbe trocknen konnte. Teilweise wurden die Bilder nachts als Vorlage mit dem Projektor an die Wand geworfen.

Gelohnt hat sich der Aufwand bereits, sagt Andreas Näther von „Wir in Gröba“: „Schon jetzt treffen sich immer mal spontan Passanten vor den Bildern und erzählen sich Geschichten von früher. So kommt eine interessante Kommunikation im Stadtteil und mit den zunehmenden Besuchern der Straßen in Gang – wunderbar passend zum Festjahr in Riesa.“

Gespräche gab es aber auch schon im Vorfeld der Aktion reichlich. Schließlich mussten sich die Initiatoren nicht nur um Sponsoren bemühen, sondern auch noch die Hauseigentümer ins Boot holen. Schließlich ging ohne deren Zustimmung nichts beim Bemalen der Fassade. Und so hatten die Eigentümer ein Mitspracherecht, welches Motiv auf ihre Hauswand kommt – und wem die Menschen gleichen, die dort abgebildet sind. Wer genau hinschaut, erkennt, dass die aufgemalten Figuren echten Gröbaer Einwohnern merkbar nachempfunden sind.

Parallel zur Einweihung des Fassadenprojekts fand am Sonntagnachmittag auch wieder das Sonntags-Café der Initiative „Wir in Gröba“ statt, das sich nach kleinen Anfängen längst zu einer beachtlichen Größe im Veranstaltungskalender Riesas entwickelt hat. (SZ)

http://wir-in-groeba.de

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