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200 neue Jobs in Schwarze Pumpe

Die Hamburger Rieger GmbH investiert 370 Millionen Euro und baut eine zweite Strecke für ihre Papierfabrik.

© Prinzhorn Holding GmbH

Von Mirko Kolodziej

Schwarze Pumpe. Überraschend hat die österreichische Prinzhorn-Gruppe gestern den Baubeginn für die zweite Maschine der Papierfabrik ihrer Firma Hamburger Rieger in Schwarze Pumpe verkündet. „Ich habe ehrlich gesagt nicht mit einer so frühen Entscheidung gerechnet. Umso mehr freue ich mich“, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) bei der Verkündung der Pläne im Industriepark. Es geht um eine 370-Millionen-Euro-Investition. Das Land Brandenburg steuert rund ein Zehntel dieser Summe bei.

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Bei einer Papiermaschine muss man von den Ausmaßen her nicht an einen Bürokopierer denken, sondern eher an ein Fußballstadion. Und so werden in dem, was praktisch ein neues Werk ist, 200 Menschen eine Arbeit finden. Hamburger-Rieger-Chef Harald Ganster kündigte an, rasch mit der Suche nach neuen Mitarbeitern beginnen zu wollen. „Es wird auch wieder Umschulungsprogramme geben“, erinnerte er an die Zeit vor Inbetriebnahme der Papierfabrik im Jahr 2005. In diesem Werk, in der benachbarten Dunapack-Pappfabrik sowie im gleich nebenan stehenden Spreerecycling-Kraftwerk beschäftigt Prinzhorn bereits jetzt ungefähr 500 Menschen.

Vom sogenannten „Projekt PM 2“ war bereits bei Eröffnung der Papierfabrik die Rede. Allerdings machten die Österreicher immer wieder deutlich, dass es erst in die Tat umgesetzt werden würde, wenn der Papiermarkt es hergibt. Als 2016 das Genehmigungsverfahren für die neue Papiermaschine angeschoben wurde, war es bereits das zweite. Damals hieß es, eine Entscheidung binnen ein oder zwei Jahren sei unwahrscheinlich. Nun sagt Cord Prinzhorn, der deutsche wie der polnische Markt würden überraschend stark wachsen: „So schnell wie das kommt, kann sich das auch wieder drehen. Wir sind aber auf beide Situationen vorbereitet.“

Nun sollen schon in zwei Wochen die Baugeräte anrücken, um erst einmal den Untergrund für den Neubau vorzubereiten. Da auf dem Areal zu Gaskombinatszeiten die Kraftwerke Ost und Mitte standen, wird man dabei besonders sorgsam zu Werke gehen müssen. Jedenfalls ist der Beginn der Hochbauarbeiten erst für September vorgesehen. Produzieren soll die neue Papiermaschine dann ab dem Sommer 2020.

Hergestellt werden zunächst sogenannte weiße Testliner, jedoch nicht nun in bis 3,20 Meter, sondern in bis zu 7,80 Meter Breite. Ausgangsstoff ist wie im Bestands-Werk zu 100 Prozent Altpapier. Darf es im Moment allerdings nicht bedruckt sein, kann im Neubau dank neuer Rohstoffaufbereitung zum Beispiel auch Zeitungspapier verarbeitet werden. Auf die sogenannte De-Inking-Anlage zur Druckfarbentfernung wurde besonders viel Wert gelegt.