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200 Notrufe in vier Stunden

Wassermassen, Brände, Schlamm, umgefallene Bäume und Verkehrschaos – das Unwetter hat die Dresdner auf eine Geduldsprobe gestellt.

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© Roland Halkasch

Von Alexander Schneider

Die Bundesstraße 6 in Niederwartha – dicht. Der Tunnel am Wiener Platz – gesperrt, wie auch zahlreiche Unterführungen Richtung Pirna. Zu viel Wasser in zu kurzer Zeit, das sorgte gestern Nachmittag für chaotische Szenen auf den Straßen. Die Staus wurden immer länger, wie auch die Wartezeiten an den Haltestellen von Bussen und Bahnen. Andernorts haben Menschen schnell ihre Autos in Sicherheit gebracht – oder mussten abgesoffene Fahrzeuge aus den Fluten schieben.

Überflutungen in Niederwartha

Am Dienstag zog ein Unwetter mit Gewitter und Starkregen über Dresden hinweg. In Niederwartha sorgten die Wassermassen für Verwüstungen.
Am Dienstag zog ein Unwetter mit Gewitter und Starkregen über Dresden hinweg. In Niederwartha sorgten die Wassermassen für Verwüstungen.
Mehrere Häuser wurden überflutet.
Mehrere Häuser wurden überflutet.
Die Strömung riss Plfastersteine aus der Fahrbahn, sodass Teile der Weistropper Straße unbefahrbar waren.
Die Strömung riss Plfastersteine aus der Fahrbahn, sodass Teile der Weistropper Straße unbefahrbar waren.
Die Feuerwehr musste warten, bis das Wasser abgeflossen war.
Die Feuerwehr musste warten, bis das Wasser abgeflossen war.
Die Anwohner begannen sofort mit der Beseitigung der Schäden.
Die Anwohner begannen sofort mit der Beseitigung der Schäden.

Kurz vor 15 Uhr erreichte die Gewitterfront aus Richtung Westen die Stadt. Es war ein Guss mit Ansage, doch er hatte es in sich. In kürzester Zeit liefen Keller und Unterführungen voll. Vor allem im Bereich Cossebaude kamen Schlammlawinen hinzu, die vom Hang gespült wurden. In der Talstraße wurden mehrere Grundstücke überschwemmt. Bäume stürzten um und versperrten die Durchfahrt. Schon da hat die Polizei die B 6 in Niederwartha längst aus dem Rennen genommen.

„Es war ganz schön heftig“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Mende. Kein Vergleich zum Sonnabend, als es auch schon heftig gegossen hatte. In der Leitstelle der Feuerwehr standen die Telefone nicht mehr still. Knapp 200 Hilfsgesuche nahmen die Disponenten bis zum Abend auf: vollgelaufene Keller, überflutete Wohnungen, überschwemmte Gärten. Im Prinzip waren alle Männer auf der Straße, um die gröbsten Störungen zu beseitigen.

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Dresdner Polizeibericht vom 28. Mai

Wie gewonnen, so zerronnen

Zeit: 27.05.2014, 06.30 Uhr

Ort: Dresden-Leubnitz/Neuostra

Ein 18-Jähriger hatte gestern Morgen sein Fahrrad vor einem Bäckereigeschäft an der Johannes-Paul-Thilman-Straße abgestellt. Als er gerade bezahlte, sah er, wie sich ein Unbekannter auf sein Rad schwang und in die Pedale trat. Sofort rannte er dem Dieb hinterher. An der Dohnaer Straße machte der 18-Jährige einen vorbeifahrenden Funkstreifenwagen auf den Fahrraddieb aufmerksam und verfolgte den Täter weiter. Auch die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Kurz vor der Tornaer Straße hatte der Dieb das Rad liegen lassen und war zu Fuß auf ein Grundstück geflüchtet. Doch der Versuch, sich im hohen Gras zu verstecken, schlug fehl. Der 18-Jährige hatte ihn beobachtet, die Polizisten nahmen ihn vorläufig fest. Das Mountainbike im Wert von rund 1.500 Euro konnte der sprintstarke Eigentümer wieder mitnehmen. Der 34-jährige Dresdner muss sich wegen Diebstahls verantworten.

Falsches Gewinnversprechen aufgeflogen

Zeit: 26.05.2014, 14.40 Uhr

Ort: Dresden-Seidnitz

Ein Dresdner (50) vereitelte am Montag einen Trickbetrug mit sogenanntem Gewinnversprechen. Ein Mann hatte sich bei dem 50-Jährigen telefonisch gemeldet und den Gewinn eines Autos im Wert von 39.000 Euro in Aussicht gestellt. Um das Fahrzeug oder den Wert in bar zu erhalten, sollte der Mann eine „Bearbeitungsgebühr“ von 500 Euro zahlen. Er wurde aufgefordert Paysafe-Karten in diesem Wert zu kaufen und anschließend die ID-Nummer an den Anrufer zu übermitteln. Der 50-Jährige war berechtigterweise misstrauisch. Er überprüfte die am Telefon angezeigte Telefonnummer im Internet und wurde auf den Betrugsversuch aufmerksam. Richtigerweise übermittelte er keine Daten sondern verständigte die Polizei.

Toyota Avensis und RAV 4 gestohlen

Zeit: 26.05.2014, 21.30 Uhr bis 27.05.2014, 08.00 Uhr

Ort: Dresden-Leipziger Vorstadt

In der Nacht zum Dienstag stahlen Unbekannte einen silbergrauen Toyota Avensis von der Friedensstraße. Der Zeitwert des ein Jahr alten Fahrzeuges wurde auf rund 30.000 Euro beziffert.

Zeit: 27.05.2014, 22.30 Uhr bis 28.05.2014, 09.00 Uhr

Ort: Dresden-Südvorstadt

Auf einen schwarzen Toyota RAV 4 hatten es Diebe in der vergangenen Nacht an der Hochschulstraße abgesehen. Sie stahlen das neuwertige Allradfahrzeug im Wert von rund 33.000 Euro.

Motorraddiebe scheiterten

Zeit: 26.05.2014, 17.00 Uhr bis 27.05.2014, 06.30 Uhr

Ort: Dresden-Innere Altstadt

In einem Innenhof an der St.-Petersburger Straße hatten es Diebe auf eine Aprilia SXV 550 abgesehen.

Zunächst hatten die Unbekannten offenbar versucht durch Manipulation am Zündschloss das Motorrad zu starten. Da dies nicht zum gewünschten Erfolg führte, versuchten sie nun das Zweirad wegzuziehen, was Schleifspuren am Boden und eindeutige Beschädigungen am Motorrad belegen. Doch auch dies gelang nicht. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wurde noch nicht beziffert.

Verkehrsunfallgeschehen

Die Polizei registrierte am 28. Mai 2014 im Stadtgebiet Dresden insgesamt 67 Verkehrsunfälle mit zehn verletzten Personen.

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„Wir haben einen Löschzug in Reserve, falls es brennt“, so Mende. Die übrigen Mitarbeiter der Berufs- und der Stadteilwehren kämpften gegen die Wassermassen. Zwei Brände mussten tatsächlich gelöscht werden. Am Bischofsplatz stand der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Flammen. Wahrscheinlich hatte ein Blitzeinschlag kurz nach 16 Uhr den Brand verursacht. Alle Mieter mussten nach Augenzeugenberichten das Haus verlassen. Auch dort kam der Verkehr vorübergehend zum Erliegen. Zunächst hieß es, es habe Verletzte gegeben. Es blieb jedoch unklar. Kurz zuvor löschte die Feuerwehr einen Brand im Keller eines Hauses in der Albertstraße.

Das Dresdner Umweltamt hat am Nachmittag für den Lockwitzbach in der Stadt die Hochwasser-Alarmstufe 2 ausgerufen. Das heißt, dass die Feuerwehr einen Kontrolldienst einrichtet, um den Pegel im Auge zu behalten. Anlieger wurden zur Vorsorge aufgerufen. Die eingeströmte feuchte Luft habe „für ein erhöhtes Unwetterpotenzial mit heftigem Starkregen und schwerem Gewitter“ gesorgt, hieß es in der Mitteilung. Bis in die Abend- und Nachtstunden könne dies noch anhalten.

Alle Hände voll zu tun hatten auch die Verkehrsbetriebe. Die Unterführungen an der Freiberger-/Rosenstraße, am Haltepunkt Dobritz in Reick und an der Julius-Otto-/Wasastraße waren für Stunden unpassierbar. „Unsere Klassiker“, sagte DVB-Sprecher Falk Lösch. In Mickten fiel die Straßenbahn nach Radebeul aus – wegen eines Stromausfalls in der Oberleitung. Ein Kabelbrand habe die Lage verschärft. Aufgrund der Staus im Berufsverkehr wurden Busse und Bahnen zusätzlich ausgebremst. „Wir sind mit allen Kräften unterwegs“, sagte ein Mitarbeiter der Leitstelle. Schon da wusste er, dass es wohl mindestens zwei Stunden dauern würde, ehe die Verspätungen eingeholt sind.

www.hochwasserzentrum.sachsen.de