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200 Obstbäume für Fugau

© Carmen Schumann

Neue Alleen sollen alte Wege in dem zerstörten Ort vor dem Vergessen bewahren. Für die Wiederbelebung des Ortes gibt es viele weitere Projekte.

Auf den Feld- und Wiesenwegen zwischen dem Fugauer Zipfel und Taubenheim sowie Neusalza-Spremberg sind im vorigen Jahr reichlich 200 Obstbäumchen gepflanzt worden. Sie stehen in Form von Halb-Alleen an den Wegen. Wie die tschechische Stadt Sluknov (Schluckenau) informiert, zu der der 1960 dem Erdboden gleichgemachte ehemalige Ort Fukov (Fugau) gehört, hat die Aktion insgesamt 250 000 Kronen (umgerechnet 9 250 Euro) gekostet. Das Geld kam aus einem Förderprogramm, das Naturprojekte unterstützt, und von der Firma Uniles aus Rumburk (Rumburg).

Die alten Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Ebereschen-Sorten sollen demnach nicht nur dafür sorgen, dass das günstige Mikroklima im Fugauer Zipfel ausgenutzt wird. Schließlich hätten Zeitzeugen berichtet, dass dort vor dem Krieg sogar Aprikosenbäume gedeihen konnten, heißt es von der Stadt Sluknov. Die neuen Baumreihen sollen gleichzeitig die alten, teils in Vergessenheit geratenen Feld- und Wiesenwege wieder beleben. So säumen die an manchen Stellen scheinbar quer über eine Wiese gepflanzten Bäume die historischen Pfade.

Einer der durch die gepflanzten Gehölze kenntlich gemachten Wege führt direkt zu dem historischen Bildstock „Bozí muka“ (Märtyrersäule) im Schatten einer alten Lebensbaumgruppe. Er war erst voriges Jahr als Gemeinschaftsprojekt des Schluckenauer Kulturverbands der Bürger deutscher Nationalität und des Taubenheimer Dorfclubs restauriert worden. Steinmetz Rudolf Lehmann erneuerte die Einfassung. Maler Jirí Petrnousek malte das einst geraubte Marienbild neu. Die Steinmetz-Arbeiten wurden von Pavel Jirena durchgeführt. Uniles entfernte Wildwuchs und Unkraut. Mit Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds konnte das Projekt gestemmt werden.

Die Stadt Sluknov bemüht sich seit einigen Jahren um die Belebung des ehemaligen Ortes Fukov. Laut Martin Chroust, Leiter der Abteilung Entwicklung und Umwelt im Rathaus von Sluknov, wird die große Herausforderung für die nächsten Jahre sein, den Platz zu erneuern, wo einst die Sankt-Wenzels-Kirche gestanden hat. (KaZi)