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2 000 Euro durch Spendenaktion

Wegen der rechten Demo startete in Bautzen eine besondere Spendenaktion. Von dem Geld profitieren jetzt Initiativen für Geflüchtete.

© Robert Michalk

Bautzen. Der Aufmarsch der rechtsextremen NPD am 1. Mai in Bautzen lässt bei etlichen Initiativen und Bündnissen jetzt die Kassen klingeln. Eine in Reaktion auf die Demo gestartete Spendenaktion erbringt voraussichtlich mehr als 2 000 Euro für Einrichtungen und Projekte, die sich für Geflüchtete und gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren. Dazu hatten sich zahlreiche Spender bereiterklärt, für jeden Teilnehmer des Aufmarschs einen festen Betrag für einen guten Zweck zu überweisen.

Die Aktion Prokopfgeldspende gibt es bereits in Dresden und richtet sich dort vor allem gegen Pegida. In Bautzen wurde diese Form des Protests erstmals genutzt. Bis gestern waren über die einzelnen Beträge der Spender insgesamt über 20 Euro pro Kopf zugesagt worden. Laut Polizei hatten sich 110 Nazis und Sympathisanten an dem Aufmarsch beteiligt. Wenn nun jeder seine zugesagte Summe spendet, kämen somit mehr als 2 000 Euro zusammen. Bisher seien bereits über 1 000 Euro überwiesen. Abschließende Zahlen wollen die Initiatoren in wenigen Tagen bekannt geben. Zudem bestünde noch immer die Möglichkeit, sich an der Aktion zu beteiligen. Wer von dem Geld profitiert, entscheidet jeder Spender selbst. Zu den begünstigten Initiativen zählen unter anderem die Dresdner Aktion „Mission Lifeline“, die Geflüchtete vorm Ertrinken im Mittelmeer retten will, das Bündnis „Willkommen in Bautzen“ und der Sächsische Flüchtlingsrat.

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Die Polizei hatte am 1. Mai mit 300 Einsatzkräften in der Stadt für einen weitgehend friedlichen Ablauf gesorgt. In den sozialen Netzwerken hatten linke Gegendemonstranten allerdings von einem Angriff durch Rechtsextreme auf der August-Bebel-Straße berichtet. Die Polizei bestätigte, dass sie zu einer Schlägerei in die Nähe des Busbahnhofs gerufen worden war. Vor Ort seien aber weder Geschädigte noch Tatverdächtige anzutreffen gewesen, heißt es. In der Nähe stießen die Beamten allerdings auf sieben junge Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Ob es sich um Angehörige der rechten Szene handelte, ließ eine Sprecherin der Polizei offen. Bei einer Kontrolle fanden die Polizisten bei ihnen ein Schlagring, ein verbotenes Einhandmesser und Quarzhandschuhe. Die Waffen wurden daraufhin sichergestellt. Jetzt ermittelt die Polizei, ob die Männer an der vermeintlichen Schlägerei beteiligt waren. (SZ/sko)

Weitere Informationen zur Prokopfgeldspende:

www.facebook.com/proKopfSpendeBZ