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20 000 Fahrgäste weniger

Die Lößnitzgrundbahn bereinigt ihre Statistik und legt ein großes Programm für 2018 auf. Auch gebaut wird in diesem Jahr.

© Arvid Müller

Von Peter Redlich

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Radebeul/Moritzburg/Radeburg. Was ist denn das für ein Fahrgasteinbruch? Mirko Froß, Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) und damit zuständig für die Lößnitzgrundbahn, legte am Mittwoch die neusten Fahrgastzahlen vor: 230 000 im Jahr 2017. Das sind 20 000 weniger als im Jahr zuvor angegeben.

Froß bleibt ruhig und erklärt die Sache: Zum Karl-May-Fest im May werden rund 30 000 Tickets verkauft, die auch zur Mitfahrt bei der Lößnitzgrundbahn berechtigen. Die 30 000 waren in der Rechnung von 250 000 Fahrgästen drin. Letztes Jahr wurde mal gezählt, wie viele davon wirklich in die Bahn gestiegen sind – es waren nur 10 000. „Bereinigte Statistik und kein Einbruch“, stellt Mirko Froß klar.

Damit es bei dieser fast einer Viertelmillion Nutzern der Lößnitzgrundbahn bleibt, legen der Betreiber SDG, der Verkehrsverbund Oberelbe und der Traditionsbahnverein in diesem Jahr ein furioses Programm auf. 39 Höhepunkte gehören dazu, so Gabriele Clauss, VVO-Marketingleiterin: vom Osterhasenexpress, dem „Weingenuss auf schmaler Spur“ bis zur Teddyfahrt im Sommer, bei der Kinder in Begleitung ihres Kuschelteddybären kostenfrei mitfahren.

Ein Höhepunkt für die Liebhaber der Schmalspurbahnen findet schon am 10. Februar statt. Torsten Bartsch und Peter Wunderwald präsentieren ihr Buch zur Lokomotive „VI K 99 713“. Freilich mit frischer Signatur für alle Eisenbahnfans, die bei der Fahrt dabei sind.

Für die jungen Fahrgäste, die den Ernst des Lebens beginnen, steht auf beiden Bahnen zum Schuljahresbeginn der „Zuckertütenexpress“ bereit und im Advent erwarten Nikolaus und Weihnachtsmann zahlreiche Fahrgäste.

Die im Dezember letzten Jahres erstmals angebotenen Glühweinfahrten auf der Lößnitzgrundbahn waren beliebt und rasch ausgebucht. „Zu unserer großen Freude haben wir schon die ersten Reservierungen für 2018 vorgenommen“, so Mirko Froß.

Neuer Lokschuppen wird gebaut

Der Betriebsleiter hat noch eine weitere frohe Kunde. Der Bauantrag für den neuen Lokschuppen liegt seit Dezember zur Bearbeitung im Radebeuler Rathaus. Mit Fördergeldzuschuss vom Land sollen 1,8 Millionen Euro in Radebeul-Ost investiert werden. Der 100 Jahre alte Lokschuppen hat längst ausgedient und konnte nur noch mit Ausnahmegenehmigung genutzt werden.

Froß: „Rund 200 Meter weiter wird das neue Gebäude errichtet. Die Maschinen und Werkzeuge haben wir da – die werden aus dem alten Lokschuppen umgeräumt.“ Das große Ziel der SDG ist es, für ihre drei Bahnen – Lößnitzgrundbahn, Weißeritztalbahn und Fichtelbergbahn – jeweils zentrale Werkstätten zu haben. In Freital-Hainsberg wird gerade die Werkstatt erweitert. Eine 2,7-Millionen-Euro-Investition. Dort sollen künftig alle Wagen der drei Bahnen gewartet werden.

Das Ziel für Radebeul ist es, hier die aufwendigen Lokreparaturen durchzuführen. Um das auch wirklich zentral für alle drei Bahnen erledigen zu können und sich frei zu machen von teuren Drittanbietern, muss in Ost aber noch mehr investiert werden. Die Planer gehen von weiteren über fünf Millionen Euro aus. Klingt viel, doch allein die Hauptuntersuchung und Wartung einer Lok kann schnell eine hohe sechsstellige Summe erreichen.

Mit dem Lokschuppenbau wollen die SDG-Leute im dritten Quartal beginnen.

www.loessnitzgrundbahn.de