Merken

2009 wird ein Superwahljahr

Als Wort des Jahres ist „Superwahljahr“ schon vergeben: Bereits 1994 wurde es von der Gesellschaft für Deutsche Sprache dazu gewählt, schließlich standen damals 19 Wahlen binnen zwölf Monaten an. Im kommenden...

Teilen
Folgen

Als Wort des Jahres ist „Superwahljahr“ schon vergeben: Bereits 1994 wurde es von der Gesellschaft für Deutsche Sprache dazu gewählt, schließlich standen damals 19 Wahlen binnen zwölf Monaten an. Im kommenden Jahr gibt es in Deutschland „nur“ 15 Wahltermine, doch für Dauerwahlkampf und einen entsprechend häufigen Gebrauch des Wortes „Superwahljahr“ dürfte auch das allemal reichen.

Hessen: Gute Aussichten für

Roland Koch am 18. Januar

Der erste Wahltermin war eigentlich gar nicht eingeplant: Die Neuwahl in Hessen am 18. Januar ist Folge der Selbstauflösung des Wiesbadener Landtags vom November. Nachdem der SPD-Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti zweimal der Versuch misslang, Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit Hilfe von Grünen und Linken abzulösen, werden die Karten jetzt neu gemischt.

Prognose: Nach allen Umfragen kann Koch optimistisch sein, diesmal zusammen mit der FDP eine Mehrheit zu erhalten. Die CDU liegt derzeit bei 41 Prozent, die FDP bei 13 Prozent.

Bundespräsidenten-Wahl: Horst Köhler gilt als Favorit

Am 23. Mai, dem Verfassungstag, wählt die Bundesversammlung einen neuen Bundespräsidenten. Gegen Amtsinhaber Horst Köhler, der von Union und FDP unterstützt wird, treten die Hochschulprofessorin Gesine Schwan für die SPD und der Schauspieler Peter Sodann für die Linkspartei an.

Prognose: Köhler hat gute Chancen, wiedergewählt zu werden.

Zur Europawahl am 7. Juni

geringe beteiligung erwartet

Die Wahl zum Europa-Parlament ist in Deutschland nicht besonders populär: 2004 lag die Wahlbeteiligung für die 99 Sitze aus Deutschland lediglich bei 43 Prozent.

Prognose: Brüssel ist weit weg. Auch diesmal dürfte die Wahlbeteiligung gering sein.

Sachsen wählt am 7. Juni

neue Kommunalparlamente

Der Gang in die Wahlkabine lohnt sich für die Sachsen am 7. Juni allerdings in doppelter Hinsicht: Außer der Europawahl wird in den Städten und Gemeinden des Freistaates auch über neue Kommunalparlamente abgestimmt. Die Kreistage wurden wegen der Verwaltungsreform allerdings schon im vergangenen Sommer neu gewählt. Auch in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen an diesem Tag Kommunalwahlen auf dem Programm.

Prognose: Kommunalwahlen folgen ihren eigenen Gesetzen. Prognosen sind da kaum möglich.

30. August: Tillich stellt

sich in Sachsen zur Wahl

In Sachsen steht am 30. August erstmals der mit einer CDU/SPD-Koalition regierende neue Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zur Wahl. Die Sozialdemokraten wollen wieder mit Wirtschaftsminister Thomas Jurk als Listenführer antreten. Deutlich stärker als die SPD ist im derzeitigen Landtag aber die Linkspartei, die ihren Fraktionschef Andre Hahn zum Spitzenkandidaten gekürt hat. Alle gemeinsam hoffen sie, dass die rechtsextremistische NPD an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.

Prognose: Nach der jüngsten Umfrage könnten CDU (42 Prozent) und FDP (neun Prozent) gemeinsam regieren. Aber bis zum Wahltag kann sich noch einiges ändern.

Spannend: Saarland

und Thüringen

Außer in Sachsen wird am 30. August auch im Saarland und in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Am spannendsten gilt das Rennen an der Saar, wo gegen den noch mit absoluter CDU-Mehrheit regierenden Ministerpräsidenten Peter Müller nicht nur der SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas, sondern auch der ehemalige Regierungschef Oskar Lafontaine für die Linkspartei antritt. Eine rot-rote Koalition schließt die SPD nicht aus.

Ähnlich liegen die Verhältnisse in Thüringen, wo es Ministerpräsident Dieter Althaus ebenfalls schwer haben dürfte, die absolute CDU-Mehrheit der Sitze im Landtag zu verteidigen.

Prognose: Alle Umfragen sagen ein Ende der CDU-Alleinregierung sowohl im Saarland als auch in Thüringen voraus.

Höhepunkt ist die Wahl zum

Bundestag am 27. September

Das Duell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) dürfte die am selben Tag stattfindende Landtagswahl in Brandenburg in den Schatten stellen. Dort tritt erneut der mit SPD/CDU-Mehrheit regierende Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD)

Prognose: In Brandenburg hat Matthias Platzeck gute Aussichten, Regierungschef zu bleiben. Für die Bundestagswahl sagen die meisten Umfragen derzeit eine knappe Mehrheit für Union und FDP voraus. (AP/SZ/ds)