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22 Polizei-Einsätze am Asylheim Klingenberg

Die Messerstecherei am Mittwoch war bislang der gravierendste Akt. Der Betreiber prüft nun Konsequenzen.

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© dpa

Von Jane Jannke

Klingenberg. Nach dem Zwischenfall mit zwei Verletzten in der Klingenberger Flüchtlingsunterkunft am Mittwochmorgen hat die Polizei auf Anfrage der SZ Einblick in die Einsatzbilanz der letzten Monate gegeben. Immer wieder hatten sich Anwohner bei der Gemeindeverwaltung über vermeintlich chaotische Zustände im und am Asyl beklagt. „In den letzten drei Monaten war die Polizei 22-mal vor Ort“, gab nun Sprecher Marko Laske zu Protokoll. Allerdings decke diese Zahl die „gesamte Palette polizeilichen Handelns“ ab, führt Laske weiter aus. So komme die Polizei auch, wenn sie wegen Lärms, Streitigkeiten oder zur Anzeigenaufnahme gerufen werde. „Vor dem Hintergrund, dass es sich um ein Heim mit mehr als 150 Bewohnern handelt, ist die Zahl der Einsätze im Rahmen“, betont Laske. Einen solch gravierenden Anlass wie am Mittwoch habe es bislang in Klingenberg noch nicht gegeben. Drei Asylbewerber aus Marokko, Tunesien und Libyen waren gegen zwei Uhr morgens in Streit geraten, der dann eskalierte. Ein 26-jähriger Tunesier hatte seine beiden Widersacher mit einem Messer attackiert und leicht verletzt. Die Polizei ermittelt.

Unterdessen wies die Ausländerbehörde des Landkreises darauf hin, dass auch straffällige Flüchtlinge untergebracht werden müssten. „Der Landrat setzt sich aber konsequent dafür ein, dass diese zur Rechenschaft gezogen werden – bis hin zur Abschiebung“, so der Ausländerbeauftragte Thilo Georgi. Umverlegungen würden im Einzelfall geprüft. Die Betreiberfirma GVS kündigte auf Nachfrage eine intensive Prüfung des Vorfalls an. Das schlösse auch Konsequenzen für die Dienstausführung ein. Grundsätzlich werde aber im Heim konsequent auf Waffenbesitz kontrolliert.