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25 000 Euro für Neumarkt-Kunstwerk

Figuren in Glas sollen im Januar zur Diskussion anregen. Die Installation wird nachts bewacht.

© Visualisierung: www.kami-exhibition.com

Von Andreas Weller

Provokation, die nächste bitte. So ähnlich könnte man die neuen Pläne für öffentliche Kunst auf dem Neumarkt bezeichnen. Der Berliner Künstler Sven Sauer stellt am 26. Januar fünf Glaskästen mit lebensgroßen Figuren auf den Platz vor der Frauenkirche. Für drei Abende wird die Installation, jeweils von 18 bis 22 Uhr, quasi zum Leben erweckt. Durch Licht und spezielle Effekte wirken sie dann wie von eingefrorenem Tränengas umhüllt. Dazu gibt es Klänge, die den Eindruck vermitteln sollen, unter einer Gasmaske den eigenen Atem zu hören. Dafür ist der Dresdner Sounddesigner Bony Stoev verantwortlich.

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Nach einem Hinweis des Branchenverbandes „Wir gestalten Dresden“ haben sich Mitarbeiter aus dem Kulturbereich die Installation in Berlin angeschaut. „Aufgrund der Aktualität und der inhaltlichen Vielschichtigkeit wurde entschieden, es nach Dresden zu holen“, so Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke). Die Kami-Installation, wie sie sich nennt, greife aktuelle Debatten auf. Kamis sind im Japanischen verehrte Götter. Die Künstler haben Demonstrationen auf der ganzen Welt verfolgt. In den Kästen sind Personen, die gewollt oder ungewollt zu Medien-Ikonen wurden, Gesichter des weltweiten Protestes. Welche Rolle diese einnehmen, soll mithilfe der Installation diskutiert werden.

„Die Stadt unterstützt das Projekt ideell sowie finanziell in Höhe von 25 000 Euro“, erklärt Klepsch. Es gehe um einen anderen Zugang zu dem Thema. „Gerade auf dem Neumarkt können Betrachter die Relevanz spüren“, ergänzt die Bürgermeisterin.

Die Glaskästen sollen am 26. Januar angeliefert und aufgestellt werden. Das bleiben sie auch die komplette Zeit. Nachts ist eine Bewachung geplant, da es sich um hochwertiges Material handelt. „Die Erfahrung zeigt, dass sich die Dresdner grundsätzlich für Kunst im öffentlichen Raum interessieren. Ob sich dieses Interesse in Protest artikuliert, kann nicht vorhergesagt werden“, so Klepsch.