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25 000 neue Jobs für Sachsen

Die Arbeitsagentur rechnet für 2018 mit vielen zusätzlichen Stellen in Industrie und Sozialwesen. Dabei kommen die großen Investitionen erst noch.

© Symbolfoto: dpa

Georg Moeritz

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Dresden. Leipzig und Dresden liegen vorn, doch überall in Sachsen entstehen im nächsten Jahr Arbeitsplätze. Mit 25 000 sozialversicherungspflichtigen Stellen mehr rechnet die Bundesagentur für Arbeit in Sachsen. Ihr Landes-Chef Klaus-Peter Hansen sagte am Freitag, der stabile Außenhandel und „das Konsumverhalten der Bevölkerung“ unterstützten den Arbeitsmarkt.

Nach den Berechnungen der Arbeitsmarktforscher werden in Dresden 5 200 und in Leipzig 6 500 zusätzliche Stellen entstehen. 2 400 Stellen kommen in den Kreisen Bautzen und Görlitz dazu, 1 500 im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und 1 300 im Kreis Meißen. Für Mittelsachsen rechnen die Forscher mit 1 100 Arbeitsplätzen. Minijobs und Selbstständige sind dabei nicht mitgerechnet.

In der Prognose sind die angekündigten Großinvestitionen noch nicht enthalten. Die Tabakstäbchen-Fabrik von Philip Morris in Dresden mit 500 Arbeitsplätzen soll 2019 fertig sein, die Homann-Salatfabrik in Leppersdorf mit 800 Stellen im Jahr darauf. Die Dresdner Mikrochipfabrik von Bosch mit 700 Stellen soll im Jahr 2021 arbeiten.

Hoffnungen verbinden sich mit einer möglichen Autofabrik in Rothenburg in der Oberlausitz mit rund 1 000 Arbeitsplätzen. Jedoch streicht das Bombardier-Waggonbauwerk in Görlitz 800 Stellen, und seit dieser Woche gibt es Befürchtungen um das Siemens-Turbinenwerk in Görlitz mit 1 000 Arbeitsplätzen. Solarworld-Mitarbeiter in Freiberg sind in einer Auffangfirma.

Insgesamt herrscht „Hochstimmung“ bei den sächsischen Unternehmern, wie die jüngste Konjunktur-Umfrage der Industrie- und Handelskammern zeigte. Von 480 befragten Firmen im Bezirk Dresden hatten 29 Prozent Personalzuwachs angekündigt, 14 Prozent Abbau. Den kräftigsten Zuwachs gab es laut Arbeitsagentur-Chef Hansen zuletzt im Sozialwesen, in der Industrie und im Handel. Nach Hochrechnungen mit Stand Juli sind innerhalb von zwölf Monaten 31 500 sozialversicherungspflichtige Stellen in Sachsen entstanden.

Die Berechnungen der Arbeitsagentur beruhen auf der Prognose, dass die Wirtschaft um 1,7 Prozent wächst. Das Ifo-Institut hatte zwei Prozent vorhergesagt und ebenfalls Stellenaufbau erwartet. Weil die einheimische Bevölkerung schrumpft, tragen laut Ifo „wesentlich Arbeitnehmer aus Osteuropa“ dazu bei. Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen wird laut Arbeitsagentur nächstes Jahr um 5 000 schrumpfen.