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30 Jahre Miete kassiert, aber nichts getan

Hohendubrau hat Bedarf an Wohnungen. Deshalb wird jetzt eine in Weigersdorf modernisiert. Das kostet die Gemeinde 48 000 Euro.

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© André Schulze

Von Steffen Gerhardt

Hohendubrau. Das klingt schon mal gut, wenn Bürgermeister Denis Riese sagt, dass es faktisch keinen Wohnungsleerstand in Hohendubrau gibt. „Wir haben wieder eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. So auch für die freie Wohnung in Weigersdorf“, sagte der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Aber bevor jemand Neues in das Mietshaus an der Hauptstraße 33 einzieht, muss die Wohnung von Grund auf vorgerichtet werden.

Für die Gemeinde ist das mit einem finanziellen Kraftakt verbunden. Denn eine Kostenschätzung geht von rund 48 000 Euro aus, die die Gemeinde aufbringen muss, um heutigen Wohnansprüchen gerecht zu werden – ohne Luxus zu bieten. „Nachteilig wirkt sich aus, dass zwar 30 Jahre lang die Miete kassiert wurde, an der Wohnung selbst aber nichts gemacht wurde“, bekräftigte der Bürgermeister die Notwendigkeit dieser Investition.

Die Liste der Arbeiten ist lang, die der Planer aufgestellt hat. So müssen die Innenwände vor aufsteigender Nässe isoliert werden, ein neuer Fußboden ist zu verlegen, Tischlerarbeiten und Trockenbau sind notwendig und schließlich müssen Fliesenleger und Maler noch ihr Werk tun. Mitarbeiter des Bauhofes schaffen inzwischen Baufreiheit in der Wohnung, damit die Gewerke loslegen können. Zuvor will die Gemeinde die Bauleistungen noch ausschreiben und vergeben. Laut Bürgermeister gibt es bereits Nachfragen nach der Wohnung, die seit April vergangenen Jahres leer steht und auf ihre Sanierung wartet. Rund 60 Quadratmeter Wohnfläche bietet sie.

Große Mieteinnahmen sind nicht zu erwarten, denn der ortsübliche Mietpreis liegt bei vier Euro für den Quadratmeter. Ein Betrag, der die Jahre zuvor nicht nur für diese Wohnung verlangt wurde. Das macht das Finanzieren von Modernisierungen schwieriger, wenn höhere Einnahmen ausbleiben. Denn die 48 000 Euro bringt Hohendubrau allein aus seinem Etat auf.

Die Gemeinde zählt 29 Wohnungen, die in kommunaler Verwaltung sind. Bis auf die Weigersdorfer Wohnung sind alle vermietet. Aber Bedarf an Sanierung besteht nicht nur in der Hauptstraße 33. Auch die Wohnungen im Landambulatorium haben eine Generalüberholung nötig, so Riese. Aber oft langt das Geld nur für eine Renovierung wie im Schloss Gebelzig. Dort war die frei gewordene Wohnung nach einem Monat neu bezogen.