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32 Kilometer Elektroleitung für neue Notaufnahme

Ende August geht der Anbau an die Helios-Klinik in Betrieb. Dann sollen Patienten nicht mehr auf dem Gang warten müssen.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Leisnig. In der Notaufnahme des Helios-Krankenhauses in Leisnig geht es zeitweise hektisch zu. Das liegt in der Natur der Sache, wenn zum Beispiel mehrere Patienten gleichzeitig oder kurz hintereinander eingeliefert werden. Daran kann die Leitung der Klinik nichts ändern, sehr wohl aber an den Bedingungen. Jetzt stehen für die Notaufnahme noch 250 Quadratmeter zur Verfügung, ab Ende August sollen es 650 Quadratmeter sein. Schon dadurch dürfte sich einiges entspannen.

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Genau im Eingangsbereich des Krankenhausgeländes ist in den vergangenen Wochen und Monaten eine neue Notaufnahme entstanden. „Wir sind sehr froh, dass wir an diesem zentralen Punkt wirklich noch Platz für den Anbau hatten“, sagte die kaufmännische Geschäftsführerin Peggy Kaufmann am Freitag während eines Baustellengespräches. „Damit finden Patienten, die zu Fuß kommen, die Notaufnahme auch gleich im ersten Haus.“

Für die Patienten gibt es in Zukunft einen größeren Wartebereich als bisher. Dem Raum schließen sich Toiletten, Ärzte- und Schwesternzimmer sowie nachfolgend insgesamt fünf Behandlungsräume an. Zwei sind für chirurgische Untersuchungen eingerichtet, zwei für internistische. Des Weiteren gibt es einen Schockraum mit einer speziellen Ausstattung. Die und das Fachpersonal hält die Leisniger Helios-Klinik vor, weil sie sich einem Traumanetzwerk angeschlossen hat, um Patienten in einem bestimmten Zustand schnell helfen zu können.

Wenn Patienten künftig mit dem Rettungswagen in die Klinik gebracht werden, dann gibt es einen separaten Übergabebereich. „Jetzt sind die Patienten bei der Einlieferung noch der Witterung ausgesetzt“, schilderte der technische Leiter der Klinik Uwe Bohn den Alltag. Mit diesen unbefriedigenden Umständen ist bald Schluss. Dann können die Rettungssanitäter und Notärzte die Patienten vor Regen und neugieren Blicken geschützt an die Ärzte und Schwestern übergeben.

Bis dahin haben die Handwerker aber noch einiges zu tun. Rund 50 Firmen, überwiegend aus der Region, arbeiten an der Erweiterung der Klinik mit. Nach dem Rohbau geht es inzwischen an den Innenausbau. Rund 32 Kilometer Elektroleitung und knapp 1,4 Kilometer Wasserleitung für Heizung, Sanitär und die Kühlwasserversorgung sind zu verlegen. Die Maler müssen sich um rund 2 300 Quadratmeter Fläche kümmern, die Elektriker außerdem noch 200 Leuchten und etwa 120 Rauchmelder installieren.

Ende August soll die neue Notaufnahme für Erwachsene in Betrieb gehen. „Im Mutter-Kind-Haus gibt es einen eigenen Versorgungsbereich für die Notfälle bei Kindern und Jugendlichen“, sagte Peggy Kaufmann. In die bisherige Notaufnahme könnten Teile der Abteilung Radiologie einziehen. Die Planungen dazu sind aber noch nicht abgeschlossen.

Insgesamt 3,3 Millionen Euro kostet der Anbau an die Helios-Klinik. Der Freistaat Sachsen unterstützt diese Investition mit 2,4 Millionen Euro. Die Geschäftsführerin sieht dieses Geld gut angelegt. Zum einen, weil die steigende Fallzahl die Vergrößerung der Notaufnahme wirklich nötig gemacht hat und die Patienten in Kürze bessere Bedingungen und mehr Service vorfinden. Zum anderen aber auch, weil das Rettungswesen an diesem Standort eine „runde Sache“ ist.

Dienstleister für den Rettungsdienst in der Region Döbeln ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das auf dem Klinikgelände seine Rettungswachse eingerichtet hat. Helios selbst stellt im Krankenhaus Räume für den Notarzt bereit. Und die Notärzte, die zu den Patienten eilen, kommen zu 90  Prozent aus den Reihen der Klinikärzte. Die Mediziner steigen sozusagen nach Feierabend ins Notarztfahrzeug. „Bei der Dienstplanung nehmen wir darauf Rücksicht“, so die Geschäftsführerin.

Neues Personal wird wegen der erweiterten Notaufnahme nicht eingestellt. „Wir hatten bereits aufgestockt“, sagte Peggy Kaufmann. Insgesamt sind mehr als 400  Beschäftigte in allen Bereichen von der Pflege- bis zur Reinigungskraft für das Helios-Krankenhaus in Leisnig tätig.