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3,7 Millionen Euro für junge Ausländer

Bislang gibt es im Kreis Meißen erst einen Fall, wo das Alter eines Asylbewerbers medizinisch geprüft wurde.

© Symbolbild/dpa

Meißen. Derzeit erhalten im Kreis 123 sogenannte unbegleitete minderjährige Ausländer (Uma) Jugendhilfe. Das geht aus der Antwort des Landratsamtes hervor, welche die Meißner CDU-Landtagsabgeordnete Daniela Kuge jetzt auf eine Anfrage erhalten hat. 40 der Jugendlichen seien bereits über 18 Jahre alt, teilt die Behörde mit. In einem Fall habe das Kreisjugendamt Meißen dem Amtsgericht Meißen empfohlen, eine Altersfeststellung anzuordnen. Zwei weitere Empfehlungen lägen dem Amtsgericht Riesa seit September 2017 vor. Im erst genannten Meißner Fall wurde nach Angaben des Landratsamtes eine forensische Altersdiagnostik am rechtsmedizinischen Institut der TU Dresden durchgeführt. Der Jugendliche hatte sich selbst als knapp 17 Jahre alt bezeichnet. Im Ergebnis sei „der Untersuchte mindestens 17,6 Jahre alt“ und maximal 26,6. Da das diagnostizierte Mindestalter unterhalb von 18 Jahren liegt, erscheine eine Minderjährigkeit möglich. Das Amtsgericht veranlasste nach Vorlage des rechtsmedizinischen Gutachtens keine Alterskorrektur. Dies ist für das Jugendamt bindend.

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Wie dem Schreiben des Landratsamtes darüber hinaus zu entnehmen ist, beliefen sich die Ausgaben für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen oder sonstigen betreuten Wohnformen vergangenes Jahr auf insgesamt 12,8 Millionen Euro. 3,7 Millionen Euro davon entfielen auf ausländische Kinder und Jugendliche. (SZ/pa)