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451 neue Grippe-Fälle

Die Zahl der Patienten steigt weiter. Schon jetzt sind mehr Fälle registriert als in der gesamten Saison 2016/17.

© dpa

Von Tina Soltysiak

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Mittelsachsen. Trotz der Ferienzeit ist die Zahl der Grippepatienten in der Vorwoche erneut gestiegen. „Im Zeitraum 19. bis 25. Februar gingen 451 Labormeldungen im Gesundheitsamt Mittelsachsen ein“, erklärte Kreissprecherin Cornelia Kluge. Am häufigsten, nämlich in 397 Fällen, infizierten sich die Patienten mit Erregern der Influenza Typ B. Drei Viertel aller in Deutschland gezählten Grippefälle ist durch Influenza-B-Viren der sogenannten Yamagata-Linie verursacht worden, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). Doch diese Linie ist im Dreifachimpfstoff nicht enthalten. Der Vierfachimpfstoff dagegen, den die Krankenkassen aber nicht so ohne Weiteres bezahlt haben, umfasst diese Komponente.

Bei den übrigen Patienten wurden in 40 Fällen der Influenza Typ A festgestellt, in zwei Fällen ein Mischtyp A/B und bei zwölf Personen wurde die sogenannte Schweinegrippe (AH1N1) diagnostiziert, so Cornelia Kluge. Auch für Mittelsachsen gelte, dass „derzeit etwa 75 Prozent der bestimmten Grippeviren Influenza Typ B“ ausmachen.

In der Vorwoche wurde ein erster Todesfall aus Mittelsachsen gemeldet. Eine 84-jährige Frau hat die Ansteckung mit der Virusgrippe nicht überlebt. Nähere Angaben zur Herkunft der Frau möchte das Landratsamt mit Verweis auf Persönlichkeitsrechte nicht machen. „Es handelt sich bisher nur um einen Einzelfall“, so Cornelia Kluge. Vier Sachsen sind vorvergangene Woche an den Folgen der Influenza gestorben. Die zwei Frauen und zwei Männer waren zwischen 75 und 84 Jahre alt. Insgesamt gab es seit Oktober neun Grippetote. Bundesweit sind es über 100 Todesfälle.

Um den Nachweis der Influenza zu führen, senden die Arzt-Praxen Proben von der Nasenflüssigkeit der Patienten an ein Spezial-Labor. Dieses führt den Nachweis und meldet die Zahlen an die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert-Koch-Instituts. Dieses stuft die Influenza-Aktivität für Mittelsachsen als „moderat erhöht“ ein. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes meinen: „Bis zur sechsten Kalenderwoche entsprach die Häufigkeit der der beiden Vorjahre, beziehungsweise war sogar etwas geringer. Seit dem 12. Februar ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Die Fallzahl ist etwa doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum 2017.“

Nicht selten kommt es vor, dass in Arztpraxen Patienten aus verschiedenen Landkreises behandelt werden. „Bei der Meldung und Erfassung der Fälle gilt das Wohnortprinzip“, erklärte Cornelia Kluge.

In Mittelsachsen sind in dieser Saison bereits 2 077 Kinder und Erwachsene an der echten Virusgrippe erkrankt. In der Saison 2016/17 gab es insgesamt 1 600 Nachweise der gefährlichen Virusgrippe. Fünf Mittelsachsen waren an den Folgen verstorben (DA berichtete).