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50 Wohnungen im Meißner Druckhaus

Die Dresdner Wohnart plus GmbH möchte für zehn Millionen Euro bauen. Der Denkmalschutz entscheidet mit.

© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Meißen. Auf den Plänen sieht es gut aus: Das Quartier vom Theaterplatz 7 über den Baderberg bis hinter zur Lorenzgasse 5 – immerhin fünf Häuser mitten in der historischen Altstadt – sollen aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden. Hier will das Dresdner Unternehmen Wohnart plus GmbH eine Wohnanlage mit mindestens 50 Wohnungen errichten. Der geplante Name Laurentii knüpft an die Geschichte des Areals an. Gab es doch schon 1221 hier ein Hospital des Domkapitels, das später Hospital St. Laurentii genannt worden ist, wie die Meißner Architektin Antje Hainz schreibt: „Das Spital war eine wichtige Einrichtung in der frühen Stadt, erbrachte es doch nach unserem heutigen Sprachgebrauch soziale Dienste für Arme, Kranke, Alte.“

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„Wir haben das Objekt gekauft“, bestätigt Wohnart plus-Geschäftsführer Rico Jopp auf SZ-Nachfrage. Vorbehaltlich weiterer Abstimmungen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Meißner Stadtplanungsamt sollen Umbau und Sanierung der großenteils denkmalgeschützten Gebäude nun zügig in Angriff genommen werden. „Der Aufwand ist wesentlich höher als bei einem Neubau oder einer normalen Sanierung“, erklärt Geschäftsführer Jopp. „Wir gehen von Baukosten von mehr als zehn Millionen Euro aus.“

Wohnart plus GmbH hat Erfahrungen mit der Entwicklung großer denkmalgeschützter Gebäude. So hat das Unternehmen das Schloss Lößnitz, das ehemalige Haupthaus des Bilz-Sanatoriums in Radebeul, saniert und dort Wohnungen eingebaut. Aber auch Neubauten wie der in Dresden-Seidnitz für Senioren entstehende mit 50 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten, gehören zum Portfolio. In Meißen ist auf dem rund 2 500 Quadratmeter großen Grundstück der alten Druckerei und der angrenzenden Gebäude eine Gesamtwohnfläche von 3 500 Quadratmetern angedacht, erklärt Rico Jopp.

Die Entwurfsplanungen für die neue Wohnanlage Laurentii hat das in Radebeul ansässige Büro des Meißner Architekten Frank Mehnert „aT2 – architektur – Tragwerk“ übernommen. „Wir wollen die Nebengelasse im Innenhof abreißen und den Hof begrünen“, sagt Frank Mehnert Dabei sollen auch die beiden alten Essen fallen, und an die Rückseiten der Gebäude Balkone kommen.

Größtes Problem ist die beengte Situation. Um überhaupt an den Innenhof heranzukommen, soll ein an das Haus Theaterplatz 7 auf dem Baderberg gelegenes Gebäude abgerissen werden, um so eine Zufahrt zum Innenhof zu schaffen. Später wird es durch einen Neubau ersetzt. Alle Gebäude sollen im Innern durch einen Gang verbunden werden, so dass eventuelles Pflegepersonal im Gebäudeinneren Zugang zu den Wohnungen hat. Im Haus Theaterplatz 7, direkt am Theater wird ein Gemeinschaftsraum entstehen. Auch wenn alle Wohnungen barrierefrei errichtet werden, wozu auch drei Aufzüge gehören sollen. Die Wohnungsgrößen werden bei etwa 60 Quadratmetern liegen. Auch eine oberirdische Tiefgarage mit zwölf Plätzen ist angedacht. Dazu soll das Gefälle vom Baderberg bis zum Theaterplatz von einer Etage genutzt werden, indem der Innenhof teilweise überdacht wird.

„Es gibt ein sehr sportliches Ziel“, so Frank Mehnert: „Im Juni 2019 soll alles fertig sein.“

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