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500 jugendliche Flüchtlinge erwartet

Minderjährige werden von der Stadt in Obhut genommen. Die Verwaltung bittet die Dresdner um Unterstützung.

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© Symbolbild: dpa

Mit dem Flüchtlingsstrom kommen auch immer mehr unbegleitete ausländische Minderjährige, wie die Jugendlichen im Verwaltungsdeutsch bezeichnet werden, ins Land. Bisher landen die meisten von ihnen in Bayern. Doch nun werden sie nach einem festen Schlüssel verteilt, ähnlich wie erwachsene Flüchtlinge oder Familien.

Derzeit leben in Dresden 109 dieser Jugendlichen, die zwischen elf und 17 Jahren alt sind. „Wir gehen davon aus, dass es in den kommenden Monaten etwa 500 junge Menschen werden“, so Jugendamtsleiter Claus Lippmann. Ab Ende November rechnet er mit etwa 26 Zuweisungen pro Woche. Die Jugendlichen unterzubringen, stellt die Stadt vor Herausforderungen. Die Jugendlichen müssen in kleinen Gruppen wohnen und rund um die Uhr sozialpädagogisch betreut werden. Vor allem die Sozialverbände und Jugendhilfeorganisationen bauen ihre Kapazitäten bereits aus. Die Heime und Wohnprojekte, in denen die Jugendlichen zum Teil auch mit deutschen Jugendlichen leben sollen, verteilen sich laut Lippmann quer über die Stadt. Es werde nirgends eine Konzentration geben.

Laut Lippmann kommen auf die Stadt mit dieser Aufgabe kaum zusätzliche Kosten zu. „Wir gehen davon aus, dass sämtliche Jugendhilfe- und Verwaltungskosten vom Land übernommen werden, so ist es geregelt.“ Baumaßnahmen wie die Erweiterung der Inobhutnahmestelle des Amtes werden zu 90 Prozent gefördert.

Für diese Jugendlichen werden Gastfamilien, Paten und Vormünder gesucht. Die Stadt führt für Interessierte am Dienstag, dem 24. November, eine Informationsveranstaltung dazu durch. Diese findet ab 18 Uhr in der Evangelischen Hochschule, Dürerstraße 25, statt. Bisher liegen der Stadt rund 30 Angebote vor. (SZ/awe)