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500 Stunden für den Jugendclub

Eine der ersten Geschichten in der neuen Rödertal-SZ war die vom neuen Jugendclub in Liegau. Den gibt es allerdings längst nicht mehr. Aber bald wieder?

© Jens Fritzsche

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Stolz waren sie damals; im Oktober 1997. Denn eine der ersten positiven Geschichten, die die frisch gegründete Rödertal-SZ aus dem Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad erzählen konnte, war die von der Wiedereröffnung des Liegauer Jugendclubs gewesen.

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Zwei Monate lang hatten rund 30 Liegauer Jugendliche eine leer stehende Wohnung im Gemeindeamt des Ortes zu ihrem neuen Domizil umgebaut. Rund 500 Stunden Freizeit haben sie investiert, rechneten sie damals stolz zusammen. Und sie hatten eine Menge vor, verrieten sie der SZ-Reporterin. Wie auch die Arbeiterwohlfahrt – als Träger für den neuen Jugendclub – mächtig stolz war, auf das, was die Jugendlichen hier in weitgehender Eigeninitiative auf die Beine gestellt hatten.

Heute hat Liegau-Augustusbad keinen Jugendclub mehr. Fehlt im Ortsteil die Jugend? „Nein, ganz im Gegenteil“, sagt Ortsvorsteher Gabor Kühnapfel (SPD). Aber die Jugendlichen, macht er deutlich, „müssten sich einfach mal artikulieren, was sie sich vorstellen könnten, wie ein Jugendtreff aussehen sollte“. Denn so ganz ohne Eigeninitiative wird es nicht gehen. Eine Idee, wo ein Jugendraum seinen Platz haben könnte, gibt es dabei schon, verrät der Ortsvorsteher. „Für den nächsten städtischen Haushalt wollen wir ja Geld für den Umbau der leer stehenden Gaststätte Silberdiele beantragen, da könnte dort auch gleich ein solcher Raum mit entstehen“, so der Plan. Der Ortschaftsrat will nun Kontakt zum Radeberger Kinder- und Jugendstadtrat aufnehmen, „in dem ja auch Liegauer Jugendliche vertreten sind“. Vielleicht, so schlägt Gabor Kühnapfel vor, könne man ja auch eine Umfrage an der nahen Ludwig-Richter-Oberschule starten, welche Ideen dort unter den hier zur Schule gehenden Liegauer Jugendlichen für einen möglichen Jugendclub in Liegau-Augustusbad zu finden sein könnten.

Außerdem hat der Liegauer Ortsvorsteher noch eine weitere spannende Idee. Nämlich diejenigen mit ins Boot zu holen, die damals – vor nunmehr 20 Jahren – den neuen Liegauer Jugendclub im alten Gemeindeamt ausgebaut und damit zu neuem Leben erweckt hatten. „Vielleicht könnten sie uns ja einige Ratschläge geben, was damals gut und vielleicht auch, was damals nicht so gut gelaufen ist“, hofft Gabor Kühnapfel. In jedem Fall könnte es hilfreich sein, findet der Ortsvorsteher, „zu sehen, was beim Aufbau eines Jugendclubs notwendig ist, welche Strukturen zum Beispiel gebraucht werden“.