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79 Doping-Verstöße im Jahr 2013

Die Nationale Anti-Doping-Agentur blickt selbstbewusst in die Zukunft. „Das Kontrollsystem ist gut“, sagt die NADA-Vorsitzende. 2013 deckte die Agentur bei 8.106 Trainingstests 79 Verstöße auf.

© dpa

Von Andreas Schirmer

Bonn. Die Nationale Anti-Doping-Agentur fordert vehement ein effektiveres Kontrollsystem wie aus einem Guss. „Ziel muss sein, das Wettkampf- und Trainingskontrollsystem in die Hand der NADA zu legen“, erklärte deren Vorsitzende Andrea Gotzmann am Mittwoch in Bonn bei der Präsentation der Jahresbilanz für 2013.

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Bisher sträubt sich die Mehrheit der Sportverbände, die Wettkampftests abzutreten. Der neue Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), der 2015 in Kraft tritt, schreibt dies ausdrücklich vor. 2013 wurden von 5311 Wettkampftest nur 1260 der NADA übertragen.

Die Agentur blickt dennoch mit großem Selbstbewusstsein in die Zukunft. „Wir müssen uns nur hinter wenigen Nationen verstecken“, betonte Gotzmann. „Das Kontrollsystem ist gut, und das Abschreckungspotenzial halte ich bei uns für sehr groß“, sagte sie. „Ob der Sättigungsgrad an Tests erreicht ist, weiß ich aber nicht.“

29 sanktionierte Athleten

Auch im Jahr 2013 blieb die NADA mit 8.106 Trainingskontrollen über der 8.000er Marke. Dabei wurde 79 mögliche Verstöße verfolgt und 29 Athleten sanktioniert; sieben Verfahren sind noch nicht beendet. In 53 Fällen handelte es sich um positive Analyseergebnisse, von denen 16 eingestellt wurden. 2012 waren es 8.567 Trainingstest und 97 Verstöße.“Wir verschließen nicht die Augen vor einer Dunkelziffer. In keiner Sportart in Deutschland kann ein systematisches Doping nachgewiesen werden“, sagte Gotzmann.

Allerdings ist auch die NADA überzeugt davon, den Staat stärker in die Doping-Bekämpfung einzubeziehen. „Die NADA unterstützt die Einführung eines Anti-Doping-Gesetzes und eine Stärkung der Sportgerichtsbarkeit“, erklärte NADA-Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer. Es gebe aus Sicht der NADA kein „entweder, oder“.

Hauptaugenmerk auf Olympia-Startern

Das Hauptaugenmerk der NADA lag im Vorjahr auf den Kontrollen der 153 deutschen Olympia-Starter bei den Winterspielen in Sotschi. Von Februar 2013 bis zum Spiele-Beginn wurden 682 Tests veranlasst. Ein weiterer Schwerpunkt war die Erhöhung der Zahl der Bluttests auf 1677, das ist ein Anteil an der Gesamtzahl der Kontrollen von 26 Prozent. „Dies hat die Qualität erhöht“, meinte Gotzmann. Außerdem gehörten Blutkontrollen in den Mannschaftssportarten Basketball, Eishockey, Fußball und Handball zum Standardprogramm.

Einen großen Erfolg konnte unter der Regie der NADA in der präventiven Dopingforschung erzielt werden. In den deutschen Analyselabors in Köln und Kreischa wurde ein Nachweisverfahren für Gendoping entwickelt. „Dass wir nur hinterherlaufen, kann ich nicht akzeptieren“, sagte die studierte Biochemikerin Gotzmann. Deshalb ließ die NADA auch 3.500 eingefrorene Proben von deutschen Athleten mit neuen Analyseverfahren nachtesten - ohne positives Ergebnis. „Ich frage mich, ob der Fußball-Weltverband FIFA die Proben der letzten WM noch hat“, meinte Gotzmann kurz vor der WM in Brasilien.

Nachdem die NADA seit Jahren um die Finanzen bangen musste, ist auch bei diesem heiklen Thema die Zuversicht gestiegen. Dabei muss der Etat für das operative Geschäft für 2015 durch neue WADA-Anforderungen von rund 4,8 Millionen Euro auf etwa 8,1 Millionen aufgestockt werden. Hinzu kommen 1,9 Millionen Euro für die Forschungsarbeit der Analyselabors Köln und Kreischa. „Wir gehen etwas beruhigter an die Arbeit“, versicherte die NADA-Vorsitzende. (dpa)