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8 000 Fans beim Spencer-Hill-Festival

© Gerhard Schlechte

Die Veranstalter werden von dem Ansturm überrascht. Wiederholung im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen. Und es gibt noch eine Überraschung.

Von Jürgen Müller

Lommatzsch. Da sage noch einer, in Lommatzsch sei nichts los. Am Wochenende wurde die Stadt von Besuchern förmlich überrannt. Tausende Menschen kamen in die kleine Stadt, um an der 17. Auflage des Spencer-Hill-Festivals teilzunehmen. Immer Anfang September treffen sich hier die Fans von Bud Spencer und Terence Hill. Nach vier erfolgreichen Jahren in der Westernstadt El Dorado Templin fand das Festival nun erstmals in Lommatzsch statt. Immerhin hat Terence Hill als Kind einige Jahre in Lommatzsch mit seiner Mutter gelebt. Die Veranstalter waren von der Resonanz völlig überrascht. „Wir wurden förmlich überrannt. Am Sonnabend mussten wir das Gelände schließen, nachdem 8 000 Besucher Einlass gefunden hatten“, sagt Programm-Manager Axel Hoffmann von der Spencer Hill Event GmbH, die diese Veranstaltung organisiert. Und das bei Eintrittspreisen von 50 Euro für ein Tagesticket beziehungsweise 65 Euro für das gesamte Wochenende.

Der heute 84-jährige Riccardo Pizzuti war einst der „Prügelknabe“ von Bud Spencer. Hier zeigt er sich mit einem Double des Schauspielers. © Gerhard Schlechte
Nicht nur harte Fäuste: Auch diese Seiltänzerin begeisterte die Besucher. © Gerhard Schlechte
Wer wollte, konnte sich das Geschehen vom Riesenrad aus betrachten. © Gerhard Schlechte

Zeitweise kam es in der Stadt zum Verkehrschaos. „Wir hatten zahlreiche Parkplätze auf einem Feld eingerichtet, die reichten aber nicht aus. Zum Glück stellte die Agrargenossenschaft Lommatzscher Pflege ein weiteres Feld zum Parken zur Verfügung“, sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP), die ebenfalls von dem großen Andrang überrascht wurde.

Die Schließung sorgte für Unmut bei Besuchern, die teilweise von weit her angereist waren und nicht mehr eingelassen werden konnten. Die Bürgermeisterin gewinnt dem dennoch eine positive Seite ab. „Viele haben sich das Schützenhaus und die Stadt angeschaut, waren erstaunt und überrascht. Jedenfalls ist Lommatzsch jetzt weit über Sachsen hinaus bekannt“, sagt sie.

An den Autokennzeichen war zu erkennen, dass die Fans nicht nur aus ganz Sachsen und Deutschland kamen, sondern auch aus der Schweiz, aus Österreich, Belgien, Ungarn und anderen Ländern. Und das, obwohl der Hauptdarsteller fehlte. Terence Hill allerdings war durch eine Videobotschaft präsent. Er bedankte sich bei der Stadt für ein Präsent, das ihm Bürgermeisterin Anita Maaß eine Woche zuvor bei den Dresdner Filmnächten überreicht hatte. Er bekam ein druckfrisches Buch über die Glasindustrie von Lommatzsch. Hills Urgroßvater Carl Menzel hatte diese Industrie einst in die Stadt gebracht.

Terence Hill war zuletzt am 12. und 13. März 1995 in Lommatzsch. Nach 50 Jahren kam er dort hin zurück, wo er als Mario Girotti seine Kindheit im Kreise seiner Familie verbracht hatte. „Ich bin stolz, ein Lommatzscher zu sein, mein Herz ist hier“, hatte er damals gesagt. Auch damals kamen rund 8 000 Menschen, um den italo-amerikanischen Schauspieler zu sehen. Er spendete 10 000 Dollar für die Rutsche des inzwischen geschlossenen Lommatzscher Freibades. Dieses trägt seinen Namen.

Und die Bürgermeisterin hat eine Überraschung: „In Dresden hat er mir versprochen, dass er unbedingt noch einmal nach Lommatzsch kommen will“, sagt sie. Wer weiß, vielleicht macht das der 79-Jährige im kommenden Jahr wahr. Denn möglicherweise wird das Festival dann erneut in Lommatzsch stattfinden. „Wir hatten 1 500 Besucher mehr als geplant. Das ist ein Riesenerfolg für das erste Mal. Wir schauen, ob wir die Veranstaltung im kommenden Jahr in Lommatzsch wiederholen“, so Manager Hoffmann.

In Templin waren zuletzt rund 3 300 Besucher gekommen. „Wir wollen Lommatzsch zum Mekka von Terence Hill und Bud Spencer machen“, so Hoffmann, der die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hervorhebt. Man wolle jetzt erst mal die Ecken und Kanten der Veranstaltung auswerten. Dazu gehöre, dass es lange Warteschlangen an den Imbissständen gab, weil man von der großen Besucherzahl völlig überrascht war.

Mehr Platz wird man aber auch im kommenden Jahr in Lommatzsch nicht haben. Beide Sportplätze, das Schützenhausgelände samt Freilichtbühne wurden genutzt. „Mehr Fläche haben wir nicht“, so die Bürgermeisterin.