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80 Angler aus ganz Deutschland fischten am Wochenende bei Sörnewitz in der Elbe

16 Teams zogen rund 280 Kilogramm Weißfisch aus der Elbe. Die Tiere wurden nicht verspeist, sondern in die Röder umgesetzt.

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Nicole Laube

Seelenruhig sitzt Stefan Reh aus Meißen am Elbufer. Er ist einer von 80 Anglern, die heute vor allem die Fischarten Brasse, Güster und Rotauge aus der Elbe fangen. Reh hat die Angel ausgeworfen und wartet geduldig. Er ist im Sörnewitzer Angelverein und geht etwa zwei bis dreimal pro Woche angeln. Das Hegefischen in Sörnewitz an diesem Wochenende ist für ihn etwas ganz Besonderes: „Man kann sich sonst nicht mit Profis messen“, erklärt der Sportler.

Deutschlands beste Angler

Insgesamt 16 Angelmannschaften aus ganz Deutschland sind am Wochenende dafür nach Sörnewitz gekommen. Darunter auch der amtierende Mannschafts-Weltmeister. Ein reiner Angelwettkampf ist laut Tierschutzgesetz aber tabu. Daher angeln die Besten aus Deutschland für einen guten Zweck.Hegefischen bedeutet, dass die Fische nicht verspeist, sondern in diesem Fall in die Röder überführt werden. Dort hat der Kormoran fast den gesamten Bestand vernichtet. Die Fische sind aber wichtig für das Gleichgewicht des Gewässers. „Außerdem dient eine solche Veranstaltung auch dazu, einen Überblick über den Fischbestand in der Elbe zu bekommen“, erklärt Bernd Bohatzsch von der Specimen Hunting Group Dresden, welche die Veranstaltung an der Elbe mitorganisiert hat. Alles wird genau dokumentiert. Umgesiedelt werden aber nur Brassen, Güster und Rotaugen. Diese Arten gilt es gezielt zu angeln. Lachse zum Beispiel würden, wenn sie beißen, wieder zurückgesetzt. „Die Angler sind eigentlich Tierschützer. Ohne sie wüsste auch niemand, welche Fische es in der Elbe gibt“, so Bohatzsch.

Zum ersten Mal in Sachsen

Initiiert wurde das Ganze von Zepko-Sport Deutschland. Bereits seit 2004 findet die Veranstaltung einmal im Jahr statt. Das Hegefischen in Sörnewitz ist die erste in Sachsen. Hiesige Angler wie Stefan Reh freut dies. Schon hat er eine Brasse an der Angel. Behutsam nimmt er das Tier vom Haken und setzt es in das Netz neben sich. Anschließend wird der Fang eines jeden Anglers gewogen. Die Fische werden in einen Tank mit Sauerstoffanlage verladen und an die Röder gebracht. Insgesamt angelten die Fischer am Wochenende 220 Fische mit einem Gesamtgewicht von rund 280 Kilogramm aus der Elbe. Zum Sieger wurden die „Stipp-Profis“ aus Brandenburg gekürt. Den zweiten Platz belegte die Deutsche Nationalmannschaft, Dritter wurde das „Sansas-Team“ mit Anglern aus ganz Deutschland.