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800 Blasmusikanten in der Spreestadt

Drei Tage lang erlebten die Bautzener ein Musikfest der besonderen Art. Einen Wermutstropfen gab es aber.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Sie sind ein Augenschmaus und eine Spezialität der tschechischen Blasmusikformationen: Junge Mädchen, genannt Majoretten, die im Rhythmus der Musik marschieren und ihre Stöckchen schwingen. Beim dreizehnten Blasmusikfest in Bautzen waren Majoretten aus dem nordböhmischen Steti und aus Chlumec nad Cidlinou zu Gast. Dass Blasmusik jung und fröhlich daherkommt, stellten auch die Solistinnen der VKMM Bigband aus Litauen unter Beweis. Dieses Orchester hatte die weiteste Anreise. Insgesamt kamen die 800 Gäste des Musikfestivals auch fünf Ländern: Deutschland, Tschechien, Ungarn Litauen und Polen.

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Junge Gesichter. Die Majoretten aus dem tschechischen Chlumec nad Cidlinou waren ein wahrer Augenschmaus und bereicherten den Auftritt des Orchesters aus ihrem Heimatort. Sie waren auf der Bühne am Kornmarkt zu erleben.
Junge Gesichter. Die Majoretten aus dem tschechischen Chlumec nad Cidlinou waren ein wahrer Augenschmaus und bereicherten den Auftritt des Orchesters aus ihrem Heimatort. Sie waren auf der Bühne am Kornmarkt zu erleben. © Carmen Schumann
Weite Reise. Die Sängerinnen und die Musiker dieser Bigband aus Litauen hatten die weiteste Anreise.
Weite Reise. Die Sängerinnen und die Musiker dieser Bigband aus Litauen hatten die weiteste Anreise. © Carmen Schumann
Flotter Marsch. Die Majoretten dieses Orchesters aus Nordböhmen erfreuten das Publikum am Hauptmarkt.
Flotter Marsch. Die Majoretten dieses Orchesters aus Nordböhmen erfreuten das Publikum am Hauptmarkt. © Carmen Schumann

Bereits am Freitag spielte das gastgebende Jugendblasorchester Bautzen (JBO) in der Maria-und-Martha-Kirche vor vollem Hause. Wie der Dirigent und musikalische Leiter Alexander Herrmann sagte, studieren die jungen Musiker für diesen Auftritt immer ein besonderes Programm ein, das dem Charakter eines Gotteshauses angemessen ist. Auf ihren Auftritt bereiteten sich die Orchestermitglieder im August in einem Probenlager in Ungarn vor. Denn mit dem Jugendblasorchester vom Gymnasium Pecs verbindet die Bautzener Blasmusikanten eine langjährige Partnerschaft, die von Matthias Hausschild, dem früheren JBO-Leiter, in die Wege geleitet wurde. Deshalb konnte, wer genau hinschaute, den Bautzener Vollblutmusiker unter den Gästen aus Pecs bei deren Auftritt entdecken. Während die Mehrzahl der beim Bautzener Blasmusikfest auftretenden Orchester aus Laienmusikern bestehen, war es den Organisatoren gelungen, auch zwei hochkarätige Berufsformationen zu verpflichten. Das Orchester „Musik der Burgwache und Polizei der Tschechischen Republik“ gab am Sonnabendabend ein vielumjubeltes Konzert in der Schützenplatzhalle.

Zum Abschluss des Blasmusikfestes trat am Sonntagabend das Bundespolizeiorchester aus Berlin auf. Während dieses Konzertes wurden Spenden gesammelt, die dem Bautzener Jugendblasorchester zugute kommen. Wie Thomas Gollmer vom Organisationskomitee sagte, wird das Geld vor allem dazu benötigt, Kinder und Jugendliche zu unterstützen, die aus einkommensschwachen Familien kommen. Musizieren sei heutzutage eine kostspielige Angelegenheit. Mithilfe der Spenden kann talentierten Kindern ein Teil der Kosten für die Ausbildung erlassen werden.

Mit der Resonanz ist Thomas Gollmer sehr zufrieden. Denn trotz des durchwachsenen Wetters hätten zahlreiche Zuhörer die Auftritte der einzelnen Formationen gefeiert. Einen Wermutstropfen musste er allerdings verzeichnen: Da am späten Sonnabendnachmittag Regen einsetzte, konnte der geplante Umzug vom Kornmarkt zum Hauptmarkt leider nicht stattfinden. Die Sturzgefahr wäre zu hoch gewesen, und die Instrumente hätten gelitten. Auch der Höhepunkt, auf den sich Thomas Gollmer besonders gefreut hatte, der gemeinsame Auftritt aller 800 teilnehmenden Musiker am Hauptmarkt, fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.