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82 neue Ziele für den Dresdner Sport

Die Stadt hat den Bedarf wissenschaftlich analysiert. Die Projekte konkurrieren aber finanziell.

© action press/Christoph Hardt/Future Image

Von Juliane Richter

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Wie sieht das aktuelle Sportangebot in Dresden aus und wie kann es attraktiver gestaltet werden? Schon zum vierten Mal hat das Professor Alfred Rütten von der Universität Erlangen-Nürnberg untersucht. Ein Ergebnis des 50 000 Euro teuren Forschungsprojekts ist, dass die Stadt zu wenige Einzelsporthallen hat. Gleiches trifft auf Großspielfelder zu. Bis 2030 werde sich dieses Defizit noch verschärfen, wenn die Stadt nicht gegensteuert. Bei den Schwimmhallen sieht Rütten – anders als bisherige städtische Planungen – den Bedarf gedeckt. Allerdings könnten in einzelnen Stadtteilen Defizite entstehen. Auch deshalb sind weitere Neubauten geplant. Zudem trifft Rütten Aussagen über Probleme der Sportvereine sowie Wünsche von Schulen und sozialen Einrichtungen, die sich aus Befragungen ergeben haben.

60 Sportexperten haben diese Ergebnisse analysiert und daraufhin die Neuauflage der Sportentwicklungsplanung erarbeitet. Diese beinhaltet 82 ehrgeizige Projekte, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Im Fokus stehen neben dem Neubau von Sportanlagen auch verbesserte bürokratische Abläufe. Allerdings bleibt die Entwicklungsplanung erneut vage. Konkrete Fertigstellungstermine werden nicht genannt, Prioritäten nicht vergeben. Das Papier bleibt eine Absichtserklärung. Denn klar ist, dass die Projekte finanziell miteinander konkurrieren. Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) ging vor Kurzem von Gesamtkosten von 150 Millionen Euro aus.

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Neue Sportparks sollen entstehen.

Die Verwaltung will den Bau eines Sportkomplexes an der Ginsterstraße in Gorbitz in den nächsten fünf Jahren realisieren. Der Verein Dresdner SC hatte diese Idee entworfen. Auch für die Harkortstraße soll ein Konzept als Sportstätte entwickelt werden. Die Fläche war schon einmal für eine neue Schwimmhalle im Gespräch. Die sportliche Nutzung der Hufewiesen ist ebenso geplant wie zusätzliche Sportangebote im Alaunpark sowie im Südpark, der in diesem Jahr an der Nöthnitzer Straße entsteht.

Die Bürokratie soll überschaubarer werden.

Binnen fünf Jahren soll den Vereinen ein Handbuch übergeben werden, das bei Anträgen im Rahmen der Sportförderung hilft. Die eng damit verbundene, eben erst neu gestaltete Sportförderrichtlinie soll nun alle vier Jahre aktualisiert werden. Und auch den Bürokratieabbau nimmt sich die Stadt vor. Innerhalb von zwei Jahren sollen Verwaltungsverfahren vereinfacht werden. Vor allem bei der Sportförderung.

Unkomplizierter Zugang zu Anlagen.

Mehr Sportanlagen sollen von den Dresdnern ganztägig genutzt werden können. Deshalb will die Stadt die Schulsportanlage in der Kurparkstraße ebenso öffnen, wie die Sportanlage auf der Neuländer Straße und eine Basketballanlage in Oberloschwitz. Bisher stehen dem oft Bedenken wegen Lärm- oder Müllproblemen entgegen. Außerdem plant die Stadt, die vorhandenen Sportstätten durch eine bessere Koordination stärker auszulasten.

Mögliche Trends nicht verschlafen.

Sport muss sich in den Alltag integrieren. Deshalb will die Stadt ihr Projekt „Fit im Park“ erhalten. Außerdem soll ein Gesundheitspfad zum Thema Gehen entstehen. Trendsportarten sollen berücksichtigt werden – sind vorher allerdings zu definieren. Schon weiter ist man beim Nachtsport. Seit Oktober 2017 organisiert die Sportjugend offene abendliche Treffs in drei Sporthallen in der Johannstadt, bei denen ohne Anmeldung Fußball, Volleyball oder Badminton gespielt wird. Das soll es künftig in der ganzen Stadt geben.

Weitere Hallenbäder werden geprüft.

Die Bäder GmbH ist mit ihren Umbauten in Prohlis sowie dem geplanten Neubau einer Halle im Norden gut ausgelastet. Dennoch gibt es weitere Ideen: In der Südvorstadt nahe der Uni sowie irgendwo in Blasewitz, Striesen oder Gruna könnte bis 2030 je eine weitere Halle entstehen. Außerdem denkt die Stadt über einen Warmbadetag in einem Bad, die Erweiterung der Öffnungszeiten sowie spezielle Schwimmangebote für Frauen nach. Ebenfalls auf der Agenda stehen ausreichend Angebote für Kinder im Vorschulalter.

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