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90 Asyl-Plätze in Grillenburg

Nachdem feststeht, dass die Einrichtung erhalten bleibt, wurden die Pläne konkretisiert.

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© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Tharandt. In der Erstaufnahmeeinrichtung im Tharandter Ortsteil Grillenburg sollen künftig bis zu 90 Asylbewerber leben. Das geht aus einem Konzept des Innenministeriums hervor. Demnach gehört Grillenburg zu insgesamt acht Einrichtungen im Freistaat, die mittelfristig für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen sind. Hinzu kommen verschiedene weitere Häuser, die dauerhaft als Asylunterkunft genutzt werden, und Einrichtungen, die bei Bedarf für Flüchtlinge eingerichtet werden können. 14 Häuser werden geschlossen, darunter auch der ehemalige Praktiker-Markt in Heidenau (die SZ berichtete).

Alle neu ankommenden Flüchtlinge kommen zuerst in eine Erstaufnahmeeinrichtung. Erst wenn ihr Asylantrag angenommen wurde, können die Menschen auf die Kommunen und dortige Asylunterkünfte verteilt werden.

Eigentlich sollte die Asylunterkunft in Grillenburg nur bis Ende 2015 in Betrieb sein. So wurde es den Einwohnern des Tharandter Ortsteils im vergangenen Jahr zugesagt. Seit einigen Wochen wird an der Unterkunft wieder gebaut. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das die Unterkunft für den Freistaat betreibt, hat ihr wegen ihrer Abgeschiedenheit den Titel „Familienunterkunft“ gegeben. „Grillenburg ist eine wertvolle Einrichtung für uns, da sie mittlerweile auf Familien, denen erhebliche Gewalt widerfahren ist, spezialisiert ist“, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich. Der Ort sei wegen seiner ruhigen Lage wertvoll. „Hier können sich die Familien zurückziehen, hier können wir mit einer ersten Traumatherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sinnvoll beginnen.“

Derzeit wohnt in dem Durchgangsheim kein einziger Flüchtling mehr. Das könnte sich bald wieder ändern.