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Ab Herbst fehlen 113 Plätze an Gymnasien

Die neuesten Zahlen zum Schulnetzplan sind da: Es wird überall eng, echte Probleme gibt es für künftige Abiturienten.

© dpa

Für die Schulexpertin der Grünen, Gerit Thomas, ist klar: „Diese Vorlage zeigt, dass das Gymnasium Prohlis dringend sofort benötigt würde.“ Die Evaluation des Schulnetzplans, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt, listet die aktualisierten Schülerzahlen für Dresden auf. Danach werden erneut mehr Schüler als 2012 angenommen erwartet. An den Grund- und Oberschulen reichen die Plätze insgesamt, es gibt aber in einzelnen Schulbezirken auch mal mehr Schüler als Plätze.

Drastisch wird es an Dresdens Gymnasien: Für das im Herbst beginnende Schuljahr fehlen noch 113 Plätze. Statt der 2012 prognostizierten 1.778 Fünftklässler, die Gymnasien besuchen, werden nun 1.813 Schüler erwartet. Selbst nach der alten Prognose würden Plätze fehlen. Die Stadt geht in ihrem Plan von durchschnittlich 26,7 Schülern pro Klasse aus. Empfohlen werden 25 Schüler. „Nun müssen wohl Klassen auf die Höchstgrenze von 28 Schülern vollgestopft werden“, so Thomas.

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Andreas Weller über die neuesten Schülerzahlen

Auch in den Jahren danach werden mehr Plätze als angenommen benötigt. In der Vorlage der Stadt heißt es: „Dabei fallen die Anstiege im Schuljahr 2014/2015 um über vier Züge und im Schuljahr 2017/2018 um weitere sieben Züge besonders deutlich aus.“ Züge sind die Anzahl der Klassen pro Jahrgang. Der Bedarf kann nur in den Jahren 2018/2019, 2019/2020 und dann wieder 2022/2023 und 2023/2024 gedeckt werden. Davor und dazwischen fehlen Plätze. Aber auch nur, wenn alle geplanten Gymnasien wie vorgesehen gebaut und fertiggestellt werden. „Es darf sich nichts verzögern, das ist bei so großen Projekten wie dem Schulzentrum Tolkewitz ambitioniert“, so Thomas. Auch alle geplanten Erweiterungen müssen im Zeitrahmen fertig werden. Da der Mangel direkt bevorsteht, sei es laut Thomas eine Fehlentscheidung der Bildungsagentur gewesen, das Gymnasium Prohlis nicht wie vorgesehen im Herbst zu starten. Dort könnten rechnerisch alle fehlenden Plätze ausgeglichen werden. (SZ/awe)