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Ab Herbst schneller surfen

Der Glasfaser-Ausbau für 2700 Haushalte beginnt im Juni. Das Gewerbegebiet bleibt aber zunächst außen vor.

© Dietmar Thomas

Von Elke Braun

Roßwein. Telefonieren, surfen und gleichzeitig übers Internet fernsehen – in Roßwein und seinen Ortsteilen ist das nicht oder nur eingeschränkt möglich. Grund dafür ist, dass das bestehende Netz noch nicht den modernen Ansprüchen gerecht wird. Das soll sich bald ändern. Am Mittwoch unterzeichneten Bürgermeister Veit Lindner und Hendrik König, Regionalmanager der Telekom, einen Partnerschaftsvertrag zum Breitbandausbau in Roßwein. „Konkret bedeutet das, dass die Telekom ihr Netz in Roßwein mit den Ortsteilen Gleisberg, Haßlau, Littdorf, Seifersdorf, Wettersdorf und Wetterwitz ausbaut und damit rund 2 700 Haushalte mit schnellem Internet versorgt“, sagt Hendrik König. Damit werde nicht nur die Qualität des Telefonierens, Surfens und Fernsehens besser, sondern auch das Streamen – also das Herunterladen und die gleichzeitige Wiedergabe von Musik oder Filmen. Das maximale Tempo beim Herunterladen steige auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Derzeit liegen in Roßwein bei vielen Haushalten bis zu sechs Megabit pro Sekunde an. 1200 Haushalte, unter anderem die Ortsteile Grunau, Mahlitzsch und Niederforst, verfügen schon über die schnelleren Anschlüsse.

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Bereits im Juni will die Telekom mit dem weiteren Ausbau beginnen. Dazu werden in den nächsten Monaten rund zehn Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler wird das Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt und damit eine erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeit erreicht. Zudem werden 21  Verteilerkästen aufgestellt oder die bereits vorhandenen mit moderner Technik ausgestattet. Die Verteiler werden zu sogenannten Multifunktionsgehäusen umgebaut, die großen grauen Kästen am Straßenrand zu Mini-Vermittlungsstellen. Dort wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt. Über das bestehende Kupferkabel wird das Signal zum Anschluss des Kunden übertragen, erklärt der Telekom-Manager. Je näher der Kunde am Verteilerkasten wohnt, umso höher ist die Geschwindigkeit, die bei ihm ankommt. Weil die Telekom die vorhandenen Anlagen nutzen und das neue Kabel in bereits vorhandene Rohre verlegen kann, seien nur wenige Tiefbauarbeiten erforderlich.

Kosten entstehen der Stadtverwaltung für den Ausbau nicht. „Wir finanzieren das zu 100 Prozent aus eigenen Mitteln“, sagte Hendrik König. Das Ziel sei, allen Bewohnern den Zugang zum schnellen Internet zu ermöglichen. „Dafür investieren wir deutschlandweit jährlich bis zu vier Milliarden Euro.“ Wie viel der Ausbau in der Region Roßwein kostet, sagte König nicht.

Die Aufschaltung der schnelleren Leitung soll Ende Oktober vonstattengehen. Automatisch funktioniert das bei den Kunden aber nicht. „Wer die neue Leitung nutzen will, muss sich mit seinem Anbieter in Verbindung setzen. Dort kann ein neuer Vertrag abgeschlossen oder ein vorhandener anpasst werden“, erklärt König. In der Regel erhalten die Kunden ein Schreiben, in dem sie über die erweiterten Nutzungsmöglichkeiten informiert werden.

Für alle Kunden, die beim derzeitigen Ausbau nicht berücksichtigt werden – dazu gehören zum Beispiel das Roßweiner Gewerbegebiet sowie die Ortsteile Ossig und Zweinig – soll dieser über das Programm der Breitbandförderung des Bundes und der Länder erfolgen. Diese liegt in der Verantwortung der Stadtverwaltung. „Da sind wir aber erst in den Anfängen“, sagte Veit Lindner. Er gehe davon aus, dass noch eineinhalb Jahre bis zur Realisierung vergehen könnten.

Bereits heute können sich Kunden auf www.telekom.de/schneller für die neuen Anschlüsse registrieren lassen und erhalten eine Nachricht, sobald diese verfügbar sind. Dort gibt es auch Informationen über Geschwindigkeiten, Tarife und Verfügbarkeit.