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Ab in den Urlaub?

Reisen wird immer teurer. Trotzdem sind die Bischofswerdaer nach wie vor reiselustig.

© ZB

Von Frances Scholz und Carolin Menz

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Sonne, Strand und Meer wollen viele Kunden von Egbert Bury. Der Chef des Reisebüros am Altmarkt in Bischofswerda lässt seine Kunden gern abheben. „Nach wie vor beliebt ist Spanien. Das Festland, aber auch die balearischen und kanarischen Inseln“, so Egbert Bury. Viele seiner Kunden buchen den Sommerurlaub schon im Winter, nutzen teils satte Frühbucherrabatte der Reiseveranstalter, um Geld zu sparen. „Frühbucherrabatte machen sich mitunter richtig bemerkbar“, sagt Egbert Bury. Das gelte auch für Pauschalreisen ins Ausland. Hier sparen zu wollen, ist besonders sinnvoll. Denn die Preise für Pauschalreisen sind in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich knapp zehn Prozent gestiegen. Diese Entwicklung veröffentlichte jetzt das Statistische Landesamt Kamenz.

Preisanstieg in den Ferien

Vergleicht man einzelne Monate miteinander, ist der Preisanstieg sogar noch höher. So zahlten Urlauber für eine Reise im Dezember vor fünf Jahren noch knapp 13 Prozent weniger als im Dezember 2014. „Vor allem in den Sommer- und Wintermonaten, wo Ferien sind, kommt es zu Preisanstiegen“, sagt Franziska Hacker von Statischtischen Landesamt. Trotzdem bewegen sich diese Erhöhungen in einem normalen Bereich, sagt sie. Auch hänge diese Entwicklung immer davon ab, wie zum Beispiel Feiertage liegen. Fallen die gut, könne man auch länger Urlaub machen und gebe dadurch mehr Geld aus.

Keine pauschalen Aussagen möglich

So kostet eine zweiwöchige Reise in den Sommerferien nach Mallorca für eine Familie mit zwei Kindern in ein Vier-Sterne -Hotel mit All-inclusive-Verpflegung rund 3 300 Euro. Fährt man zum Beispiel in die Türkei, kostet so eine Reise etwa 300 Euro weniger. Wie viel diese Reisen vor fünf Jahren etwa kosteten, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Es komme immer auf das Hotel, die Kapazität der Flugplätze und wie viele Leute schon gebucht haben an, so Franziska Hacker. Geht man nur nach statistischen Zahlen müsste zum Beispiel die Mallorcareise vor fünf Jahren etwa 2 700 Euro gekostet haben. Vor allem äußere Faktoren bestimmen die Preisentwicklung. „Es gibt immer wieder Teuerungen. Wie etwa der Preis für das Kerosin, die Luftabgabesteuer an den Flughäfen, Strom oder Benzinkosten für Busreisen“, erklärt Franziska Hacker. Bei den Pauschalreisen im Inland ist der Preisanstieg sogar noch ein bisschen größer als bei Reisen ins Ausland. „Der Markt für Reisen innerhalb Deutschlands ist sehr groß und gefragt. Die hohen Spritpreise können eine Ursache für den Preisanstieg sein“, sagt Franziska Hacker.

Kunden machen keine Abstriche an der Qualität

Egbert Bury kann bestätigen, dass es Preissteigerungen gibt. Seiner Erfahrung nach aber fallen sie sehr gering aus. Deutlich spürbare Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Bischofswerdaer hätten sie demnach nicht. „Uns fällt auf, dass die Kunden an der Qualität ihres Urlaubs keine Abstriche machen. Wer immer in ein Vier-Sterne-Hotel fährt, tut das auch weiterhin. Abstriche werden höchstens an der Dauer der Reise gemacht. Da wird eben nicht 14 Tage verreist, sondern nur elf.“ Am Budget rütteln Kunden eher nicht. Weiß auch Andrea Hoffmann, Chefin des Reisebüros Hoffmann auf der Dresdener Straße in Bischofswerda. „Meist ist das Budget knapp kalkuliert. Die Leute wollen das günstigste Angebot und doch das Bestmögliche bekommen für ihr Geld. Deshalb lohnt das gründliche Vergleichen der Angebote“, sagt Andrea Hoffmann, die das für Kunden gern übernimmt. Die Tendenz steigender Preise für Pauschalreisen beobachte sie auch, sagt sie. Doch die Reiselust ist ihren Kunden längst noch nicht vergangen.

Die Leute reisen mehr

Silvia Bauerfeld aus dem Bautzner Neckermann-Reisebüro fällt sogar der Wille der Urlauber auf, mehr Geld auszugeben. „Wir haben gemerkt, dass die Leute in den vergangenen Jahren wieder mehr reisen“, sagt sie. Und sie seien bereit, mehr Geld für Urlaub auszugeben. „Viele wollen einfach nur einen schönen Urlaub und haben auch mehr Ansprüche entwickelt. Da setzt man die Schmerzgrenze für den Preis etwas höher an.“ Das bestätigt Franziska Hacker vom Statistischen Landesamt. „Die Kunden sind vielleicht eher bereit mehr Geld auszugeben, weil die Zinsen niedrig sind und sie nicht sparen wollen. Außerdem haben wir eine starke Konjunktur. Die Leute können sich deshalb mehr leisten“, sagt sie. Sommer, Sonne und Strand steht also nichts im Wege.

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