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Ab Juni rollen wieder Autos über die Albertbrücke

Derzeit werden die Stirnwände geköpft und der Bau der neuen Fahrbahnplatte vorbereitet. Jetzt wird auf einen milden Winter gehofft, damit die Arbeiten schnell vorankommen.

© Marco Klinger

Von Peter Hilbert

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) hofft auf einen milden Winter. Denn so könnten die Bauarbeiten auf der Albertbrücke ohne Pause durchgezogen werden. „Wir liegen gut im Zeitplan“, berichtet der Bauchef.

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Seit Ende Juli arbeiten die Brückenbauer auf der elbaufwärts liegenden Seite, während nur noch die Straßenbahnen über diese Elbquerung rollen. Zuerst waren die Brückengewölbe freigelegt worden. Sie sind mittlerweile schon wieder mit Beton verfüllt. Darüber brachten die Bauleute eine Ausgleichsschicht auf. Nun kann darüber die 70 Zentimeter starke Fahrbahnplatte aus Stahlbeton gebaut werden, erläutert Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz den nächsten Schritt. Sie soll auf dieser und auf der anderen Brückenseite jeweils 1,80 Meter breiter werden, sodass genügend Platz für vier Fahrspuren und komfortable Geh- und Radwege ist.

Deshalb sind derzeit Sven Weißflog und seine Kollegen im Einsatz und schaffen mit ihrer Spezialsäge die Voraussetzung dafür. Denn die Stirnmauer muss „geköpft“ und somit um einen knappen Meter gekürzt werden, damit die Fahrbahnplatte über den bisherigen Brückenrand hinausragen kann. Die Anlage funktioniert wie eine Bandsäge, die mit ihren Diamanten den oberen Mauerteil abtrennt. Ein Großteil ist schon geschafft.

Parallel dazu werden die alten Sandsteine von den Kanzeln ausgehoben und geborgen. Später sollen diese Teile auf der neuen Stahlbetonplatte wieder aufgebaut werden, erklärt Koettnitz. Nur besonders beschädigte Sandsteine werden durch neue ersetzt. Geplant ist, neue Geländer nach dem historischen Vorbild zu montieren. „Allerdings kommt noch ein zweites Geländer dahinter, damit der höchstzulässige Abstand zwischen den Stäben von zwölf Zentimetern eingehalten wird“, nennt Koettnitz die Besonderheit. Der ist aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben. Das Geländer wird 1,30 Meter hoch.

Der Schalwagen ist schon aufgebaut, sodass der Bau des ersten Abschnitts der Fahrbahnplatte in Kürze beginnen kann. Auf der Brücke ragt indes bereits eine Stahlkonstruktion empor. An der hängen Gerüste, von denen aus die Brückenbauer das Äußere der Stirnmauern sanieren können. Geht der Bau weiter so zügig voran, können ab Juni 2015 wieder Autos in Richtung Neustadt über die Brücke rollen. Dann wird die andere Seite bis Frühjahr 2016 saniert.